Mainframe Modernisierung: Mit der richtigen Strategie durchstarten

Veraltete Legacy Systeme stellen in der Versicherungswirtschaft eine erhebliche Barriere für eine erfolgreiche digitale Transformation dar. Ohne eine Modernisierung der IT-Landschaft ist der langfristige Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit eine schwer zu bewältigende Herausforderung. Dabei gibt es unterschiedliche Optionen und Wege, um eine individuelle und zukunftsfähige Modernisierungsstrategie erfolgreich zu begleiten.

Die Versicherungswirtschaft befindet sich in einer Transformationsphase. Neue Mitbewerber, die zunehmende Dynamik der Digitalisierung und eine spürbare Intensivierung des Kosten- und Ertragsdrucks stellen Versicherungsunternehmen vor die Herausforderung ihre IT-Landschaften auf moderne, effiziente und flexible Systeme umzustellen. Viele Versicherer haben bereits erkannt, dass insbesondere hohe Optimierungspotentiale durch Digitalisierung der Kernaktivitäten möglich sind.

Eine flächendeckende und effiziente Digitalisierung bestehender Kernprozesse auf Basis starrer und veralteter IT-Systeme, die teilweise über 20 Jahre im Einsatz sind, ist jedoch kaum möglich. Grund dafür ist die Komplexität bestehender Altsysteme, die eine flexible Entwicklung sowie die Umsetzung innovativer Geschäftsmodelle verhindert. Langfristig kommen Versicherungen daher um eine gezielte Mainframe Modernisierung, die die individuellen Herausforderungen und Bedürfnisse in den Mittelpunkt der Modernisierungsstrategie stellt, nicht herum. Zum einen als Auslöser für die Modernisierung, d.h. durch Mitarbeiterrückgang fehlt das erforderliche KnowHow für den weiteren Betrieb bzw. Entwicklung. Zum anderen bei der Wahl der Technologie im Rahmen der Modernisierungsstrategie muss betrachtet werden, wie die neue Anwendung weiter betrieben werden kann, d.h. welchen Skill muss das neue Team haben.

Doch welche Methoden gibt es und wie können individuelle Strategien für eine zielorientierte Modernisierung aussehen?

Identifikation, Evaluierung und Umsetzung der Strategie

Hinter jeder Mainframe Modernisierung sollte eine dezidierte Strategie und Zielsetzung zu erkennen sein. Denn Modernisierung ist kein Selbstzweck, sondern dient im Idealfall übergeordneten, unternehmerischen Zielsystemen wie verbesserte Effizienz, optimierte Prozesse, Produktivität der Abläufe oder höhere Kundenzufriedenheit. Metaphorisch ausgedrückt kann man Mainframe Anwendungen als das „Herz“ bestehender IT-Anwendungen und Architekturen bezeichnen, deren „stolpern“ zu unerwünschtem Kollaps führen kann. Oftmals befindet sich hier nämlich das gesamte Know-how des aktuellen Produktportfolios und die Abwicklung wichtiger Kernprozesse erfolgt über diese Systeme. Ein umfangreicher Schutz der Informationen, sowie die Sicherstellung der reibungslosen Abwicklung zentraler Kernprozesse ist daher unabdingbar. Demzufolge bedarf es bei der Wahl der geeigneten Modernisierungsstrategie einer systematischen Herangehensweise, die die Vorteilhaftigkeit, technische Realisierbarkeit und die Sicherstellung der reibungslosen Inbetriebnahme unter allen gegebenen Rahmenbedingungen sicherstellt.

Eine „rip & replace“ Strategie, die mit hohem technischen Aufwand und Risiken einhergeht, ist daher nur in den seltenen Fällen die präferierte Vorgehensweise. Vielmehr ist eine strukturierte und sukzessive Modernisierung, die eine individuelle und auf die besonderen Bedürfnisse des Versicherers ausgerichtete Umsetzung ermöglicht, die bevorzugte Variante.

Dabei fließen unterschiedliche Parameter wie bspw. die strategische Ausrichtung der Unternehmung, die Bewertung der vorhandenen Rahmenbedingungen, technische Voraussetzungen und Restriktionen, oder die genaue Planung und Vorbereitung des Modernisierungsprozesses, dem eine erfolgreiche Implementierungs- und Umsetzungsstrategie folgt, mit ins Kalkül. Unterschiedliche Handlungsbereiche wie die Modernisierung des Entwicklungsprozesses, der Anwendungslandschaft oder der Infrastruktur gilt es zudem zu identifizieren und zu differenzieren. Mittels dieser ganzheitlichen Betrachtung werden nicht nur die einzelnen Handlungsbereiche individuell ermittelt, sondern auch sichergestellt, dass die jeweilige Modernisierung im Einklang mit der IT-Strategie des betroffenen Teilbereiches steht. Darüber hinaus werden zur Gewährleistung der Effektivität und Zielerreichung zugrundeliegende SLA´s, gesetzliche, regulatorische sowie vertragliche Rahmenbedingungen mit in diesen Entscheidungsprozess einbezogen. Erst nach einer detaillierten Analyse- und Bewertungsphase folgt die sukzessive Überführung in eine moderne und dezentrale Infrastruktur, die nach erfolgter Inbetriebnahme messbare Vorteile in Bezug auf Flexibilität, Produktivität und Funktionalität einräumt. Die Grundlage dieser schrittweisen und zielorientierten Vorgehensweise ist eine vollumfängliche Optimierung der bestehenden IT-Landschaft, sowie die Gewährleistung erfolgskritischer Parameter, die eine reibungslose Modernisierung sicherstellen.

Neue Geschäftsmodelle und Ertragsquellen

Neben technologischen Aspekten und digitalen Herausforderungen unterstützen moderne IT-Systeme zusätzlich die Entstehung innovativer Geschäftsmodelle, die neue Ertrags- und Wachstumsquellen generieren. Denn Versicherer verfügen über immense Datenquellen, deren sinnvolle Analyse und Bewertung neue Chancen für bedürfnisorientierte und individuelle Versicherungsdienste für Kunden bergen. Die Rede ist von datengetriebenen Geschäftsmodellen, die unter Heranziehung intelligenter Datenanalysen und moderner Technologien neue Wachstumsimpulse bspw. auf Basis sog. Pay as you behave-Ansätze ermöglichen. Gleichzeitig führt die verbesserte Datenqualität zu einer Optimierung der Risikobewertung und -analyse, die wenn in Form von Preisvorteilen an Kunden weitergegeben, die Attraktivität der Angebote erhöhen. Ein weiterer Mehrwert, der mit der Modernisierung veralteter Legacy Systeme erst möglich wird und die Entstehung zukunftsfähiger Geschäftsmodelle im Versicherungswesen fördert.

Dies ist der zweite Teil unserer Blogreihe. Hier finden Sie Teil 1.

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