Einsatz und Varianten agiler Methoden (Teil 3)


Die Besonderheit agiler Methoden liegt grundsätzlich darin, dass Flexibilität, Anpassungs- und Umsetzungsgeschwindigkeit sowie Dynamik der Umfeldfaktoren im Zentrum der Disziplin stehen. Das heißt, sie reagiert auf zwei wesentliche Erfolgsfaktoren, die im Zuge der Digitalisierung einen immer größer werdenden Stellenwert einnehmen:

  • Wie erhöhe ich die Reaktions- und Anpassungsgeschwindigkeit meiner Organisation an sich stetig verändernde Umfeldfaktoren (Technologie, Wettbewerb, Produktlebenszyklen, Innovationsdynamik, Prozessoptimierung, etc.) unter der Prämisse, dass Qualität und Effizienz erreicht werden?
  • Wie stelle ich sicher, dass Aktivitäten innerhalb der Organisation, Prozesse sowie die Projektgestaltung auf die digitale Transformation optimal vorbereitet sind (Lernerfahrungen, Adaptionsfähigkeit, Erkenntnissgewinnung, etc.)?

Diese zentralen Fragestellungen beschränken sich dabei nicht nur auf den Einsatz moderner Technologien. Sie setzen auch die Heranziehung von Methoden und Tools voraus, die in der gesamten Wertschöpfungskette und Organisation ihre Wirkung zeigen. Ob Softwareentwicklung, Innovationsmanagement, Prozess- bzw. Organisationsgestaltung, Change Management oder Führungsqualität – differenzierte agile Verfahren können heute in unterschiedlichster Form zum Einsatz kommen. Denn die einzelnen Verfahren lösen verschiedene Probleme und Herausforderungen. Folgende Beispiele können in diesem Zusammenhang unter agilen Vorgehensweisen genannt werden, die bei unterschiedlichen Herausforderungen und Zielsetzungen ihre Wirksamkeit zeigen:

  • Scrum – Framework für das allgemeine Projektmanagement (insb. Softwareentwicklung)
  • Kanban – Visualisierung und Optimierung Workflowmanagement zur Sicherstellung eines kontinuierlichen Arbeitsflusses
  • DevOps – Zusammenbringung von Entwicklung und Betrieb unter Berücksichtigung sog. sechs Coreprinzipien* im Kontext Systemadministration und Softwareentwicklung
  • Agile Unternehmensführung (Agile Leadership) – Neuer Fokus für Führung und Teambuilding auf Basis neu definierter Verantwortung bei Mitarbeitern und Teams. Etablierung von selbstbestimmten Teams, die Verantwortung übernehmen und Vertrauen stiften.
  • Design Thinking – Nutzerzentrierter Innovationsansatz für komplexe Probleme und Herausforderungen (inkl. Business Model Canvas – Geschäftsmodellinnovationen auf Basis neuer Technologien und Ökosysteme)

Auch in Querschnittsfunktionen wie Change Management (Change Agility – Reorganisation auf Produkt-und Prozessebene), Organisations- und Geschäftsmodellentwicklung (Lean Startup & Lean Innovation) oder neue Arbeitswelt (Arbeit 4.0) finden agile Techniken ihre Anwendung. Ihre Einsatzmöglichkeiten und der Wirkungsgrad der einzelnen Verfahren sind gezielt voneinander zu unterscheiden. Dabei sind Erfahrung in der Bewertung und dem Einsatz diverser Methoden durch professionelle Experten und Teams, die geeignete Auswahl und Umsetzung der agilen Techniken gemäß den individuellen Herausforderungen oder der System- bzw. Organisationslandschaft wesentliche Faktoren für den Erfolg der eingesetzten Techniken und Tools.

* Customer Centric Action, Create with the End in Mind, End-to-End Responsibility, Cross-Functional Autonomous Teams, Continues Improvement, Automate Everything You Can)


Dies ist der dritte Teil unserer Blogserie zu agilen Methoden. Hier finden Sie Teil 1 und Teil 2.