Banken stehen vor einer Mammutaufgabe im TARGET2 Umfeld: Wie Sie die Konsolidierung von T2S und TARGET2 leichter bewältigen können


Das System für Individualzahlungsverkehr und Großbetragszahlungen TARGET2 erhält in den kommenden Jahren eine Rundumerneuerung. Die EZB modernisiert TARGET2 und zwingt die Banken dazu, Veränderungen herbeizuführen und Formate aus dem letzten Jahrtausend in Rente zu schicken. Dies erfolgt allerdings zu einer Zeit, in der die Banken neben dem sogenannten T2/T2S-Konsolidierungs-Programm auch noch andere Herausforderungen im Zahlungsverkehr zu bewältigen haben – als Beispiele seien hier nur PSD2 und Open Banking sowie Instant Payment genannt. 

Die europäischen Regulierer und Institutionen gaben den Banken in den letzten Jahren den Takt im Zahlungsverkehr vor. Was mit der Einführung von SEPA relativ gemächlich begann, nimmt nun zunehmend an Fahrt auf. Erforderliche Umsetzungen von Gesetzesvorhaben laufen mittlerweile notgedrungen auch parallel. So ist die Implementierung der Zahlungsverkehrsrichtlinie PSD2 noch nicht in trockenen Tüchern – von Open Banking und Innovationen durch Plattform-Geschäftsmodelle nicht zu reden. Instant-Payment-Projekte müssen von einigen Banken noch aktiv angegangen werden, die Weiterentwicklung von Instant Payment mit der Proxy Datenbank und Request2Pay ist gerade in der Definitionsphase. Also eigentlich genug zu tun für die Payment-Experten der Banken, denn bei der Umsetzung müssen Prozesse und Produkte so angepasst werden, dass Banken Geld verdienen können.

Im Frühjahr 2016 hat die EZB (das Eurosystem) eine Marktkonsultation bezüglich einer Weiterentwicklung der vorhandenen Marktinfrastruktur durchgeführt. Hierbei ging es in erster Linie um Synergien zwischen dem RTGS-Zahlungssystem und dem Wertpapierabwicklungssystem T2S. Damals hatten die wenigsten Instant Payment auf dem Radar – während der nächsten zwölf Monate kamen weitere Untersuchungen bezüglich des Instant-Payment-Systems und ECMS hinzu.

Als Resultat wird eine Konsolidierung der verschiedenen Infrastrukturkomponenten (TARGET2, T2S, TIPS) mit einer Big-Bang-Migration im November 2021 vorgenommen werden. Die Software und Prozesse der Banken müssen bis Herbst 2020 angepasst werden. Dieser straffe Zeitplan stellt viele Finanzinstitute vor eine große Herausforderung.

Als Lösung kommen für die Institute verschiedene Alternativen in Betracht, die ich kurz skizzieren möchte:

  • Wir gehen davon aus, dass wir in den kommenden Monaten einen verstärkten Trend zum Outsourcing des Zahlungsverkehrs erleben. Langfristig können die Kreditinstitute auf diese Weise regulatorischen Aufwand an die insourcende Gesellschaft abgeben, kurzfristig ergeben sich aus den geänderten Prozessen auf jeden Fall erhöhte Aufwände.
  • Implementierung aller erforderlichen Änderungen in den bankeigenen Systemen, einschließlich der benötigten Konverter. Hier ist am ehesten die Möglichkeit einer individuellen Lösung gegeben und die Bank kann ihren Kunden ein breites Spektrum an Zahlungsverkehrsdiensten anbieten. Das dürfte allerdings auch die teuerste Umsetzung sein.
  • Alternativ zur Implementierung könnten sich Banken auch dazu entscheiden, nicht mehr direkter TARGET Teilnehmer zu bleiben. Als Konsequenz müsste sich das Institut dann einen direkten Teilnehmer suchen, über den dann der Zahlungsverkehr abgewickelt wird.

Egal, welche Entscheidung Sie fällen – wir können Sie unterstützen

Für alle Beteiligten wird sich ein großer Anpassungsbedarf ergeben, denn Änderungen Backendsystemen oder Prozessen werden in jedem Fall durchgeführt werden müssen. Unsere Empfehlung lautet daher, die Migration proaktiv anzugehen, um Prozesse zu optimieren und gegebenenfalls Altsysteme in Rente zu schicken, bzw. zu konsolidieren. Hiermit sollten auch Kosteneinsparungen einhergehen.

Welchen Nutzen kann eine Bank darüber hinaus aus der T2 Migration ziehen?

  • Effizienzsteigerung: Effizienzgewinne durch den konsequenten Einsatz von XML ISO20022 (Straight-Through-Processing möglich, weniger Konvertierung notwendig, Komplexitätsminderung durch die Reduzierung auf weniger Formate)
  • Anbindung von TIPS anstelle oder zusätzlich zu RT1: Durch einen Wechsel von RT1 zu TIPS profitieren Banken von einer Anrechnung ihres auf dem T2-DCA (Dedicated Cash Account) geparkten Gelds auf die Mindestreserve. Die Nutzung von TIPS bedeutet außerdem eine Risikominimierung durch sofortiges Settlement.
  • Konvertierungslösungen: Reduzierung der technischen Schnittstellen durch ESMIG und somit eine Komplexitätsreduzierung
  • Automatisierung: Vereinfachte Liquiditätssteuerung durch weitgehende Automatisierung und Einbeziehung der DCA-Konten.
  • Kunde-Bank-Schnittstelle: Möglichkeit zur Modernisierung der „Kunde-Bank-Schnittstelle“, mittelfristig Migration aller MT-Formate auf XML

Wie kann das weitere Vorgehen aussehen?

Zum jetzigen Stand im April 2019, sollten Sie idealerweise schon mit einer Vorstudie, basierend auf den „User Detailed Functional Specifications“ begonnen, Budget beantragt und ein entsprechendes Projekt aufgesetzt haben. Gegen Mitte des Jahres kann dann die Konzeptionsphase beginnen, Start der Umsetzung sollte spätestens Endes des Jahres sein.

Womit kann GFT Sie unterstützen?

Bei uns steht der Kunde im Mittelpunkt. Wir liefern alles aus einer Hand: Wir begleiten Ihre TARGET2-Konsolidierung vollumfänglich: Von der Beratung bis zur Implementierung. In Zusammenarbeit mit unserem Partner stellen wir Ihnen umfangreiche Leistungen zur Verfügung, die Sie nicht erst beim Testen unterstützt, sondern schon sehr früh bei der Ist-Analyse ansetzen.

Wir haben ein Offering für Sie erarbeitet, mit dem wir Sie während der ganzen Projektphase begleiten, beginnend bei der Unterstützung einer Vorstudie und der anschließenden Konzeptionsphase. Gemeinsam mit einem Partner bieten wir Ihnen ein Testbanksystem an, das Ihrer Bank End-to-End-Tests mit realen Banknoten und Transaktionen ermöglicht. Das System wird als Software-as-a-Service (SaaS) angeboten und ist jetzt schon produktiv nutzbar.

In einer ersten Phase wird ein Testdatenbestand aufgebaut. Dies erreichen wir durch Zahlungen (Produktionsgleich, aber anonymisiert), die an die Testbank geschickt werden. Das Resultat beider Systeme – Produktion und Testbank – sollte übereinstimmen. Es wird sicherlich Abweichungen geben, da alle Banken gewisse kundenspezifische Prozesse eingebaut haben.

Diese Abweichungen müssen dann analysiert und bewertet werden, um zu sehen, wie diese in das Zielbild passen. Eine Testfallerstellung erfolgt nach Ist-Analyse und Sollkonzeption. Der große Vorteil dabei ist die zeitnahe Prüfung Ihrer Prozesse End-to-End, was Ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschafft. 

Das Test-Bank Systems unseres Kooperationspartners stellt sicher, dass wir bereits vor dem Go-Live von ESMIG sämtliche Zahlungen End-to-End auf Funktionalität prüfen:

  • SaaS, Betrieb und Weiterentwicklung durch unseren Partner
  • Es wird nur eine EBICS Schnittstelle benötigt um das System anzubinden, man kann praktisch sofort mit einem E2E Test beginnen
  • Alle MT und ISO20022 XML basierten Formate werden validiert
  • Automatische Erkennung aller Formate inkl. Business Rule Validierung
  • Nationale und internationale Standards wie CGI, EPC, EBA
  • Erzeugung und Archivierung von Kontoauszügen
  • Simulation von R-Prozessen
  • Regressionstests sind schnell umsetzbar
  • Bei Öffnen der ESMIG Schnittstelle sofortiger Test möglich
  • Orientierung am Zielsystem T2/TIPS à Abweichungen davon müssen manuell getestet werden
  • Revisionssichere Dokumentation der durchgeführten Tests

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Auf unserer Website finden Sie weitere Informationen. Unser Factsheet zur T2 Konsolidierung können Sie mit Klick auf das Bild herunterladen.