Success Story: Neues Kernbanksystem schafft Basis für Digitalisierung


Die Daten von rund vier Millionen Privatkunden aus verschiedenen Applikationen mit unterschiedlichsten Partnern auf ein neues Kernbanksystem zu migrieren, ist eine Mammutaufgabe! GFT hat die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bei dem Wechsel auf OSPlus (One System Plus) der Finanz Informatik, dem Kernbanksystem der Sparkassen-Finanzgruppe, erfolgreich unterstützt und somit den Weg für künftige Digitalisierungsprojekte geebnet.

Nur mit offenen und flexiblen Systemen kann die Digitalisierung in Finanzinstituten ganzheitlich umgesetzt werden. Das Kernbanksystem vieler Banken ist allerdings so veraltet und komplex, dass ein Weg an einer neuen Lösung teilweise nicht mehr vorbeiführt. Nachdem mittlerweile alle Sparkassen und auch einige Landesbanken in Deutschland die Standardsoftware OSPlus eingeführt haben, hat sich im vergangenen Jahr auch die LBBW mit ihrem Privatkundengeschäft eingereiht.

Eine Migration in diesem Ausmaß kommt allerdings nicht jedes Jahr um die Ecke und stellt für jedes Projektteam eine Herausforderung dar. Uns war bewusst, welche Kraftanstrengungen notwendig sind, um das Projekt letztendlich erfolgreich zum Abschluss bringen zu können. Umso wichtiger war es, dass sich alle sehr stark für das Team und das gemeinsame Ziel eingesetzt, Nacht- und Wochenendarbeit hingenommen und viel außerhalb des Normalen geleistet haben.

Herausforderung angenommen und bewältigt – ein Projektrückblick

Der Startschuss für das Migrationsprojekt fiel bereits Anfang 2014. Wir haben also drei Jahre lang auf das „Wochenende der Wahrheit“, an dem letztendlich die Migration stattfinden sollte, hingearbeitet. Ganz einfach gesprochen, ging es in dem Projekt darum, alles für den großen Tag vorzubereiten, damit die vorhandenen Kundendaten aus den Altsystemen verlusftfrei und ohne Probleme in das neue Kernbanksystem migriert und die Verarbeitung dort reibungslos fortgeführt werden konnte.

Um den Geschäftsbetrieb der Bank nicht zu unterbrechen, wählt man für die Migration einer solch großen Datenmenge die „längste Lücke“ im Jahr. An einem normalen Wochenende ist die Zeit schlicht und ergreifend zu knapp – das Osterwochenende ist hingegen wie gemacht dafür! Die Landesbank hat rund vier Millionen Privatkunden, die von der Umstellung natürlich nichts mitbekommen sollen – da steht nicht nur einiges auf dem Spiel, sondern es sind auch eine Vielzahl an Personen und Systemen beteiligt. Im Prinzip plant und übt man also während des gesamtes Projekts immer nur das Ziel-Osterwochenende – von Donnerstagnachmittag bis Montagfrüh, mit Nachtschicht und allem Drum und Dran. Das macht das Projekt zu einer ganz besonderen Erfahrung und schweißt das gesamte Team zusammen!

Projektmanager als „Regisseure“ gefragt

Eine Migration auf ein neues Kernbanksystem greift in nahezu alle Bereiche der Organisation ein. Fast alle Bankmitarbeiter sind davon betroffen und sehr viele auch aktiv daran beteiligt. Das Kernmigrationsteam übernimmt im Projekt viele unterschiedliche Aufgaben: Vom Entwickler über Tester und Projektmanager ist alles dabei. Eine sehr wichtige Rolle kommt vor allem den Kollegen, die das sogenannte „Drehbuch“ schreiben, zu. In einem Migrationsprojekt gilt es jeden noch so kleinen Schritt oder Handgriff für den Zeitpunkt x – dem großen Finale der Migration – akribisch zu planen und zu erfassen. Wer startet wann welche Aktion? Und wie erfahrt das Gesamtprojektteam, ob die Aktion erfolgreich war oder zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden müssen? Kommunikation und eine detaillierte Planung sind für den Projekterfolg elementar.

Der Anfang ist nun gemacht

Tatsächlich ist das Projekt mit dem Tag der Migration abgeschlossen. Auch wenn ein Großteil des GFT Teams bereits wieder in neuen Projekten unterwegs ist, heißt das nicht, dass alle Arbeiten rund um das neue Kernbanksystem komplett erledigt sind. Jetzt kommt die Nachsorge ins Spiel. Es gibt immer noch Reste und Applikationen, die nicht abgeschalten werden konnten. Für den Umgang mit diesen Anwendungen heißt es nun, gemeinsam mit der LBBW, Strategien zu entwickeln. Ein klassischer Folgeschritt, der auf jeder Migration aufbaut. Die nächsten Herausforderungen in Richtung digitale Zukunft warten darauf, bewältigt zu werden – wir freuen uns darauf!


Im Blogbeitrag „Komplexe und intransparente IT-Architekturen behindern die Geschäftsabläufe“ (16.03.2018) erfahren Sie, wie Banken die Modernisierung ihrer IT-Systeme auch ohne komplett neues Kernbanksystem meistern können und was sich hinter dem Konzept des Core Application Renewal von GFT verbirgt.