Mobile Payment Trends: Auswirkungen und Empfehlungen für den Finanzsektor


Auch wenn, wie beschrieben, in Deutschland weiterhin das Vertrauen zu digitalen Großkonzernen wie Apple und Google fehlt: Sie kontrollieren das Mobile-Payment-Ökosystem mit ihren marktbeherrschenden Betriebssystemen Android und iOS. Das bedeutet, dass neue Mobile-Payment-Anbieter hierzulande kaum an den mächtigen Konzernen vorbeikommen werden. Darüber hinaus steht die nächste Konkurrenz bestehend aus den chinesischen Internetgiganten Alibaba und Tenpay bereits in den Startlöchern, die ebenfalls nach Europa drängen. Ein Auszug auf die im GFT Mobile Payment Whitepaper vorgestellten Auswirkungen und Empfehlungen für Finanzdienstleister finden Sie in diesem Blogbeitrag.

Im ersten Blogbeitrag zum neuen Whitepaper haben wir es erläutert: Banken müssen sich in den nächsten Jahren auf massive Veränderungen und Kostenrisiken einstellen. Federführend ist dabei das Kernelement Access To Account (XS2A) der PSD2-Richtlinie: Banken werden ab 2018 verpflichtet, Drittanbietern unentgeltlich Zugang zu den Kontoinformationen der Kunden zu gewährleisten. Dies führt unausweichlich zu einer Durchmischung des Marktes. Durch die Öffnung des Zahlungsverkehrs für Nicht-Banken werden neuartige Finanzplattformen und Dienste entstehen, die so ganz neue Möglichkeiten im Bereich Mobile Payment bieten.

Für Banken heißt es jetzt: Die Zeit für Alleingänge ist vorbei. Kooperationen mit anderen Banken, Zahlungsdienstleistern und FinTechs, aber auch Mobile Wallet-Anbietern können Türen öffnen. Neue Businessmodelle können mit bestehenden Kunden oder neuen Partnern, inklusive bankenfremder Dienstleistungen erprobt werden.

Das Zauberwort heißt „Convenience“

Selbstverständlich darf eines dabei nicht unterschätzt werden: Wenn Unternehmen verschiedener Branchen in einem neuen Ökosystem zusammenkommen, wird die Interoperabilität zur Herausforderung. Bei Lösungen im Bereich Mobile Payment liegt die Hauptaufgabe darin, eine möglichst hohe Kundenakzeptanz zu erreichen. Die Frage ist also: Wie kann das gelingen? Wir glauben, dass das Zauberwort in diesem Fall Convenience heißt. Die Kundenerfahrung muss immer gleich gut sein – unabhängig davon, ob der Kunde das Ökosystem über seine Bank, Kreditkarte oder den Hersteller seines Smartphones betritt.

Zusammengefasst bedeutet das: Komfortable Standards, besonders für P2P-Zahlungen und länderübergreifende Lösungen sind entscheidend für den Massenerfolg mobiler Payment Services. Die Gradwanderung zwischen Markterfolg und einem Aufsehen erregenden Scheitern ist eng und von hoher Bedeutung: Sie entscheidet letzten Endes auch zwischen Kundentreue oder Kundenverlust.

Banken haben durch Mobile Payment die Chance, Kosten zu reduzieren

Für Banken würde sich ein Erfolg würde sich auch im Hinblick auf die sozialen Kosten ausschlagen. Das sind die Kosten, die der Gesellschaft durch die Entwicklung und Bereitstellung von Payment-Diensten entstehen. Bargeld verursacht von sämtlichen Zahlungsmitteln die höchsten sozialen Kosten. Banken haben durch mobile Bezahllösungen also die Chance, die Kosten für den Zahlungsverkehr zu senken, weil sich die Zahl der bargeldlosen Transaktionen erhöht.

Um dorthin zu gelangen, muss jedoch zunächst die Akzeptanz für diese bargeldlosen Transaktionen erhöht werden. Kurz gesagt: Die Kunden müssen von den Vorteilen des mobilen Bezahlens überzeugt werden. Dafür müssen Banken in erster Linie sichere Apps als unverzichtbares Serviceangebot forcieren, doch sie müssen auch aufhören, wie eine klassische Bank zu denken und die Nutzerakzeptanz mit spielerischen Elementen steigern.

Zu guter Letzt dürfen Banken sich jedoch auch nicht auf einer gut funktionierenden Mobile-Payment-Lösung ausruhen. Sie sollte vielmehr als Türöffner für das gesamte Mobile Business dienen und muss daher in die eigene Wertschöpfungskette eingebunden werden. Wie das aussehen kann, was es noch zu beachten gibt und alles rund um das Thema Mobile Payment finden Sie im GFT Whitepaper.