Künstliche Intelligenz: Deutsche Banken zeigen sich zurückhaltend


Zum dritten Mal in Folge befragte GFT weltweit Experten aus dem Retail Banking zum Status ihrer digitalen Transformationsstrategie. Die Ergebnisse aus diesem Jahr zeigen: Der absolute Großteil der befragten Banken hierzulande sieht sich im Bereich Digitalisierung auf einem sehr guten Weg – was deutsche Banken im internationalen Vergleich zu einem der Spitzenreiter macht. Bei den Themen Bank as a Platform (BaaP) und Künstliche Intelligenz (KI) hingegen, gibt es noch Luft nach oben.

Starten wir direkt mit der erfreulichen Nachricht: So gut wie alle deutschen Banken, die GFT in der jährlich sttafindenden Digital Banking Expertenbefragung interviewt hat, befassen sich intensiv mit der digitalen Transformation ihrer Organisation. 34 Prozent aller Befragten haben ihre Digitalisierungsstrategie bereits vollständig definiert, 66 Prozent befinden sich aktuell noch in der Strategieentwicklung. Im internationalen Vergleich spielt Deutschland mit dieser Selbsteinschätzung ganz vorne mit. Haupttreiber für die digitale Transformation sind dabei ganz klar die Kunden. Auf der einen Seite sind das natürlich Privatkunden, die alltägliche Finanzinformationen digital anfordern und diesen Service von ihren Banken erwarten. Auf der anderen Seite sind es aber auch Unternehmenskunden, die digitale Informationen der Banken in ihre Prozesse integrieren möchten, um diese schlanker und kostengünstiger zu gestalten. Der Faktor „Streben nach Kundenzufriedenheit“ befindet sich dementsprechend in Deutschland sowie in allen anderen befragten Ländern unter den Hauptbeweggründen eine Digitalisierungsstrategie in der eigenen Organisation voranzutreiben.

BaaP: hohe Kosten als Herausforderung

Welche Möglichkeiten gibt es für Finanzinsitute also, um sich optimal für die Zukunft zu wappnen? Eine Option bietet der Bank-as-a-Platform-Ansatz. Immer mehr Banken gehen dazu über, Plattformen zu gestalten, um ihre Produkte flexibler anbieten und entwickeln zu können – sei es selbstständig oder mit Unterstützung von Partnern über Open APIs. Das modulare Plattform-Banking hält zunehmend Einzug in die strategischen Überlegungen der deutschen Banken – trotzdem zeigt sich im Vergleich zu anderen Ländern eine gewisse Abwartungshaltung, wenn es um die konkrete Implementierung geht. Zwar verfügt die Mehrheit der befragten Banken über eine BaaP-Vision (84 Prozent), lediglich 13 Prozent haben aber bereits mit der Implementierung begonnen. Die größten Hürden? Die Komplexität bestehender Systeme (71 Prozent) und die hohen Kosten (64 Prozent). Dabei wird gerade der Kostenfaktor im internationalen Vergleich von deutschen Banken als schwerwiegender bewertet.

KI: vorsichtiges Herantasten

Wir alle stoßen immer öfter auf die Begriffe: Cognitive Banking, Robo Advosory, Robotics – letztlich Automatisierung der Geschäftsprozesse. Das Thema Künstliche Intelligenz stellt einen weiteren wichtigen Block da, mit dem sich Banken heute beschäftigen müssen. Hier in Deutschland stehen wir damit noch am Anfang – die Entwicklung in anderen Ländern ist da schon weiter. Auch die GFT Befragung offenbart eine tendenziell zurückhaltendere Einschätzung zur strategischen Bedeutung von KI – wenngleich generelle Vorzüge auf keinen Fall ignoriert werden. KI-Lösungen sind bei den befragten Banken bisher nur in geringem Umfang implementiert. Der Großteil beschäftigt sich mit Konzepten und prüft deren Umsetzbarkeit.

Banken befinden sich derzeit in herausfordernden Zeiten. Die Digitalisierung sowie die veränderten Kundenbedürfnisse setzen die Ertragsmodelle unter Druck. Hier heißt es in erster Linie: Geschäftsprozesse verschlanken und gleichzeitig konsequent die Bedürfnisse der Kunden in den Mittelpunkt der Aktivitäten stellen!


Weitere Informationen zur GFT Digital Banking Expertenbefragung finden Sie hier auf der GFT Website.