GFT Digital Banking Expertenbefragung 2017: Was bewegt die Finanzbranche?


Künstliche Intelligenz (KI) wird derzeit als das Trendthema der Finanzbranche gesehen. Die diesjährige GFT Expertenbefragung zum Digital Banking deckt auf, dass ganze 94 Prozent der befragten Personen in großen Unternehmen KI-Lösungen einen hohen Stellenwert zuschreiben. Darüber hinaus wird auch der Ansatz der Bank as a Platform (BaaP) mit einem Open-API-Geschäftsmodell als wichtiges Merkmal gesehen, um die digitale Bank der Zukunft zu formen. Weitere Ergebnisse finden Sie in diesem Blogpost.

Einmal mehr haben wir bei GFT unsere jährliche Expertenbefragung zum Digital Banking durchgeführt, um Einblicke in die Welt des Digital Bankings zu erhalten. 285 Experten kleiner und großer Banken aus dem Retailsektor wurden persönlich befragt, um Kenntnisse über aktuelle Finanzthemen wie die Digitalisierung der Finanzbranche, Künstliche Intelligenz und Bank as a Platform zu gewinnen. Die Befragung fokussiert sich auf acht Länder: Brasilien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Mexico, Spanien, Schweiz und die USA.

Die globalen Ergebnisse zeigen: Ein beachtlicher Teil der Banken in allen befragten Ländern hat bereits eine Strategie für die digitale Transformation vorliegen oder entwickelt diese gerade. Doch was ist mit dem Rest? Was hält Banken davon ab, digitale Technologien innerhalb ihrer Organisation einzuführen? Zu den größten Herausforderungen bei der Implementierung einer digitalen Strategie zählen für Banken die Integration neuer Technologien in Altsysteme (59 Prozent), Sicherheit und Datenschutz folgen (57 Prozent) sowie das Fehlen von internem Know-How in der Bank selbst (51 Prozent). Die treibende Kraft dagegen ist – vor allem bei großen, weltweit agierenden Banken – der Wunsch, die Kundenerwartungen erfüllen zu können.

GFT Expertenbefragung: Künstliche Intelligenz rückt in greifbare Nähe

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird Banken und Versicherungen innerhalb des nächsten Jahrzehnts auf den Kopf stellen. Die GFT Expertenbefragung zeigt, dass 83 Prozent aller Befragten den Wert von KI erkennen. Bei großen Banken liegt dieser Wert sogar bei 94 Prozent. Brasilien, Großbritannien und Mexiko weisen den Weg und räumen der Künstlichen Intelligenz am meisten Relevanz ein, während das Thema in traditionell vorsichtigeren Ländern wie Deutschland und der Schweiz nur von wenigen als strategisch wahrgenommen wird. Durch die Einführung von KI-Lösungen erhoffen sich die befragten Experten Verbesserungen für eine ganze Bandbreite von Geschäftsfunktionen – beginnend beim Back Office über Kundenzentren hin zur persönlichen Finanzplanung und dem Vertrieb. Bei den weiteren Vorteilen werden die Senkung der Betriebskosten (71 Prozent) und die Erhöhung des Kundenengagements (64 Prozent) als besonders wichtig für den Retailsektor gesehen, welcher Zugang zu riesigen, unstrukturierten Datenmengen wie Kundeninformationen hat, die derzeit nicht in vollem Umfang genutzt werden. Indem Methoden des kognitiven Bankings genutzt werden, die auf selbstlernenden Systemen basieren, können diese unstrukturierten Daten verarbeitet und so verwaltet werden, dass sie gewichtige Hypothesen für Entscheidungsfälle generieren können – diese passen dann besser zum Kunden und führen zur Umsatzsteigerung.

Kundenerwartungen als treibende Kraft

60 Prozent aller Befragten gaben an, dass die Erfüllung der Kundenerwartungen der wichtigste Treiber ist, wenn es darum geht, den Digitalisierungsgrad in Finanzinstituten zu erhöhen. Weitere Faktoren sind die Umsatzsteigerung durch neue Dienste oder Produkte (51 Prozent) und die Reduzierung der Betriebskosten (47 Prozent). Damit ist das Ergebnis für den wichtigsten Treiber der Digitalisierung deckungsgleich zur GFT Befragung des Vorjahrs und zeigt, dass der Kunde wirklich im Mittelpunkt steht.

Die Bank-as-a-Platform-Vision

Geht es um konkrete Strategien, scheint der BaaP-Ansatz bei vielen Instituten Gefallen zu finden. Hinter der BaaP-Vision steckt die Idee, dass Banken ihre eigenen Produkte sowie die Produkte von Drittparteien durch Open APIs und Front-Ends vertreiben und es dem Kunden so ermöglichen, Informationen einfach und bequem mit verschiedenen Anbietern auszutauschen. 69 Prozent der befragten Banken haben BaaP bereits in Betracht gezogen und ebenfalls 69 Prozent sagen, dass BaaP einen großen bis mittleren Einfluss auf ihr Geschäftsmodell haben wird. Erhöhtes Kundenengagement (62 Prozent) wird als größter Vorteil von BaaP gesehen, gefolgt von der Möglichkeit, neue Anwendungen zu entwickeln (55) Prozent und Betriebskosten zu senken (51 Prozent). Großbritannien und Spanien sind in der Einführung von BaaP an der Spitze, während Mexiko, Brasilien und Italien vorsichtig bleiben – hier zieht ein Großteil der Befragten BaaP gar nicht in Betracht.


Weitere Informationen zur GFT Digital Banking Expertenbefragung finden Sie hier auf der GFT Website.