Die Bank der Zukunft ist offen, modular und individuell auf den einzelnen Kunden zugeschnitten


Banken befinden sich heutzutage in einem stark umkämpften Markt. Ihre Umsätze werden durch verändertes Kundenverhalten, niedrige Zinsen und neue Wettbewerber bedroht. Um überleben zu können und für den Kunden relevant zu bleiben, sollten Banken sich anpassen und weiterentwickeln, während sie sich auf die Bereiche mit dem größten Potential konzentrieren. Der Wechsel zum Bank-as-a-Platform-Ansatz bietet Banken ein Geschäftsmodell, das auf Dienstleistungsangeboten basiert, um damit einen höheren und nachhaltigeren wirtschaftlichen Wert zu erzielen. Vorbild sind dabei digitale Unternehmen aus anderen Branchen, sei es die Konsumgüterindustrie, das Transportwesen oder der Mietmarkt.

Gehen wir zurück in die 60er Jahre: Die Bankenindustrie startet ihre Erfolgsgeschichte vor dem Hintergrund von kontinuierlichem Wachstum in einem stabilen Umfeld, gekennzeichnet durch Wohlstand und wirtschaftliche Expansion. Wir sprechen in dieser Zeit vom Babyboom und einer Technologieentwicklung, in der Innovationen noch einen Schritt langsamer passierten als heute. Die politische und wirtschaftliche Situation hat diese Entwicklung ebenfalls begünstigt. Die dauerhafte Inflation machte das Geschäft einfacher: Zinsdifferenzen und die lokale Gesetzgebung brachten machtvolle Bankgruppen hervor, die den Markt dominierten und für jegliche andere Arten von Unternehmen unzugänglich machten.

Das Bild hat sich jedoch für die Branche gewandelt. Die Finanzkrise hat den Zinsdifferenzen ein Ende bereitet und der Markt öffnete sich zunehmend durch neue Regulierungen. Hinzu kommt, dass die Konsumenten der Boomgeneration nun durch die sogenannten Millennials ersetzt werden. Millennials fühlen sich in der technologischen und digitalen Welt, in die sie geboren wurden, absolut zuhause. Gleichzeitig erleben wir eine regelrechte Explosion neuer technologischer Entwicklungen im Kommunikationsbereich: Täglich tauchen neue Verbindungs-, sowie Einkaufs- und Vertriebskanäle auf. Vor ein paar Jahren schossen darüber hinaus FinTech-Unternehmen mit kostengünstigen und innovativen Finanzlösungen empor. Heute kämpfen sie sogar mit großen Firmen um Marktanteile und bieten Produkte und Dienste an, die traditionell ausschließlich Bankdomänen waren.

Was sind die Alternativen?

All diese Veränderungen begründen, warum die Gewinne der Banken sich sogar in Zeiten einer gewissen wirtschaftlichen Verbesserung nur langsam einstellen wollen. Irgendetwas muss passieren. Tut es das nicht, ist der langfristige Schaden irreversibel.

Die positive Nachricht lautet: Es ist eine Basis vorhanden, auf die sich aufbauen lässt. Banken könnten die digitale Transformation willkommen heißen, ihre Systeme erweitern und durch komplexere und kundenfreundlichere Technologien ausbauen. Schnittstellen könnten direkt in die Lebensräume der Millennials integriert werden. Dies würde es Banken ermöglichen, auf einer Ebene gegen FinTech-Unternehmen anzutreten, auch wenn dies für sie vermutlich mit höheren Kosten verbunden wäre. Natürlich genießen Banken momentan noch immer den Vorteil größeren Kundenvertrauens, aber das wird nicht auf Dauer so bleiben. Neue Teilnehmer und Regulierungen sind bereits auf dem Weg. Es muss sogar noch mehr passieren!

Wir schlagen vor, die traditionellen Banksysteme in Plattformen umzuwandeln, um dort Finanzdienste zu verkaufen. In Zukunft wird es einfach nicht mehr möglich sein, in jedem Glied der Kette an der Spitze zu stehen. Nur sehr wenigen Unternehmen gelingt es, gleichzeitig sowohl in der Erstellung, als auch in der Verwaltung und technologischen Verbreitung neuer Produkte wettbewerbsfähig zu bleiben. Es ist besser, auf bewährte Modelle zu setzen, die bereits in anderen Bereichen erprobt wurden. Letzten Endes geht es darum, in der Lage zu sein, die eigenen Produkte und die Produkte von Drittparteien durch die eigenen Kanäle und den Kanälen der Drittparteien zu vermarkten und dabei interne, fremde und vielleicht sogar gemeinsam verwaltete Strukturen zu nutzen. Dies ist der Bank-as-a-Platform Ansatz.

Wie genau kann das aussehen?

Die Lösung liegt in einer modularen IT-Architektur. Banken verschwenden heutzutage viel Zeit und viele Ressourcen, weil sie mit einer IT-Architektur zu kämpfen haben, der die Verarbeitungsgeschwindigkeit und Flexibilität fehlen, die im Markt benötigt werden. Der Bank-as-a-Platform-Ansatz erfordert eine modulare, offene Architektur, die neben Kernbankensystemen bestehen kann, während sie für einen nahtlosen Datenaustausch zwischen Banken und Drittparteien sorgt. Diese modulare Architektur muss auf folgenden Komponenten basieren:

  • einer offenen und skalierbaren API-Plattform
  • einem zentralisierten API-Manager, um sicherzustellen, dass die Module nahtlos zusammenarbeiten
  • einem robusten Management von kundenseitigen und internen Geschäftsprozess-Abläufen
  • einfach integrierbaren Front-Ends mit Plug-and-Play-Verbindungen
  • der Integration von FinTechs

Zusätzlich dazu muss die gesamte Infrastruktur eine Ebene für die Interaktion und Konnektivität von APIs und API-Managern, sowie Kunden-Front-Ends und strukturellen Elementen bieten. Dadurch wird es möglich, den Informationsaustausch zwischen der Bank und ihren Partnern zu kontrollieren, inklusive der Kommunikation mit Drittparteien, Datenverkehr-Synchronisationen in variablen Geschwindigkeiten, der Symmetrie von Informationen, Homogenisierung und Formatierung, Modularitätsmanagement und Skalierbarkeit.

Kurzum adressiert das Bank-as-a-Platform-Konzept die Frage, wie die Bank aus ihrer klassischen, monolitischen Struktur herausbrechen kann, indem sie Banken und andere Mehrwertdienstleistungen dem Kunden immer genau dann und dort anbietet, wo er sie braucht. Finanzinstitute, die diesen Ansatz verfolgen, sind in der Lage, ihren Kunden optimalen Service zu bieten, indem sie sich entweder auf ihre eigenen Produkte konzentrieren, die von Drittkunden anbieten oder sogar die Plattformen anderer Banken nutzen.