Neue GFT Firmenchefin Marika Lulay: „Wir legen die Basis für unseren weiteren Erfolg“


Seit der Hauptversammlung am 31. Mai ist es offiziell: Marika Lulay, bisher GFT Chief Operating Officer, hat die Rolle des Chief Executive Officers (CEO) und damit die Unternehmensführung übernommen. Sie tritt die Nachfolge von Ulrich Dietz an, der nach 30 Jahren die Position des Verwaltungsratsvorsitzenden einnimmt. Im Interview sprechen wir mit Frau Lulay über ihre Pläne für die Zukunft des Unternehmens.

Frau Lulay, eine persönliche Frage vorab: Wie fühlen Sie sich als neue Chefin der GFT?

Wir führen dieses Gespräch heute in Stuttgart, doch ich erinnere mich noch sehr gut an meinen ersten Tag im beschaulichen St. Georgen im Schwarzwald. Das ist jetzt 15 Jahre her. Ich habe live erlebt, wie sich unsere Mitarbeiterzahl im Laufe der Jahre verfünffacht hat und wir zu einem globalen Team in zwölf Ländern herangewachsen sind. Das war nicht immer einfach, doch in all diesen Jahren war es vor allem die Herausforderung, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und regelmäßig neu zu erfinden, die mich immer wieder motiviert hat. Nun stelle ich mich auf eine neue Position ein, die es mir erlaubt, ein Unternehmen weiterzuentwickeln und zu leiten, das mir persönlich sehr am Herzen liegt – das ist natürlich ein tolles Gefühl!

Marika Lulay ist seit dem 01. Juni offiziell CEO der GFT.

Was ändert sich unter Ihrer Leitung, was bleibt gleich?

Was sich definitiv nicht ändert sind unser Fokus und unser Anspruch: GFT ist und bleibt der führende Technologiepartner für den Finanzsektor. Das bedeutet, dass wir Kunden auf der ganzen Welt technologisch erstklassige und maßgeschneiderte Lösungen anbieten. Weiterhin gilt auch: Wir wollen schneller als der Markt wachsen. Wir wollen unsere internationale Expansion fortsetzen und uns sowohl aus eigener Kraft, wie auch durch gezielte Zukäufe vergrößern. Dazu arbeiten wir nach wie vor mit unserem erprobten Nearshore-Delivery-Modell, das uns eine Kombination aus kostengünstigen und zugleich hochqualifizierten Entwicklungszentren mit individueller Beratungsleistung beim Kunden vor Ort ermöglicht. Eine wesentliche Neuerung in der Managementstruktur ist deshalb die Einführung eines Group Executive Boards, das den internationalen Unternehmenskurs abbildet und unterstützt.

Wie genau sieht dieses Group Executive Board aus, welche Aufgaben hat es?

Wir haben das Group Executive Board ins Leben gerufen, um unsere internationale Präsenz und die Zusammenarbeit zwischen den Ländern weiter zu stärken. Mit CFO Dr. Jochen Ruetz aus Deutschland, Managing Director Alfio Puglisi aus Italien und Managing Director Carlos Eres aus Spanien – und mir – bilden wir unsere Internationalität auch auf der Führungsebene ab. Darüber hinaus sind wir als Leiter der vier Unternehmensressorts Strategy & Markets, Global Business Development, Global Delivery & Innovation und Corporate Services auch verantwortlich für die Weiterentwicklung der globalen Unternehmensstrategie. Ich bin davon überzeugt, dass diese länder- und themenübergreifende Managementstruktur die Basis für unseren weiteren Erfolg ist. Wir bilden ein starkes Team, das sich fachlich ideal ergänzt.

Auf welche Themen wird sich GFT unter Ihrer Führung konzentrieren?

Im Zuge der Digitalisierung krempeln neue Technologien verschiedenste Branchen um – das betrifft nicht nur den Finanzsektor. Doch auch hier setzen Themen wie Cloud-Migration, künstliche Intelligenz, Blockchain,und Industrie 4.0 ein immenses Potential frei, um innovative Dienstleistungen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Daran knüpfen wir an: Gemeinsam mit unseren Kunden arbeiten wir daran, dieses Potential bestmöglich zu nutzen. Ein Beispiel ist unser GFT Blockchain Inkubator in Großbritannien, indem wir bereits heute verschiedene Anwendungsfälle testen – mit der Royal Bank of Scotland haben wir sogar schon ein erster Projekt in Angriff genommen. Unsere Experten berichten immer wieder darüber, was wir alles mit der Blockchain noch vorhaben.

Gibt es weitere Beispiele?

Jeder spricht heutzutage von der Cloud-Technologie und das hat einen Grund: An ihr führt langfristig kein Weg vorbei. Und auch wir gehen gemeinsam mit unseren Kunden diesen Schritt. Unsere Ausgangslage könnte nicht besser sein, denn wir haben nicht nur Experten auf diesem Gebiet, sondern verstehen auch die komplexe Situation, in der sich eine Bank befindet, wenn sie sich für die Cloud entscheidet. Dieser wesentliche Faktor entscheidet uns grundlegend von unseren Wettbewerbern. Wir können die komplexe Migration einzelner IT-Systeme mit all den Besonderheiten, die die Finanzbranche mit sich bringt, reibungslos durchführen und so die Modernisierung der IT-Landschaft einer Großbank erfolgreich umsetzen. Für die Bank bedeutet ein solches Modell übrigens vor allem die Einsparung von Kosten, es punktet aber auch in Sachen Agilität und Produktivität.

Ein weiteres Beispiel sehen wir im Bereich Artifical Intelligence. Allein der Robo-Advisory-Markt wächst in Deutschland aktuell zwischen 20 bis 30 Mio. Euro im Monat. Darüber hinaus helfen Big Data und kognitives Banking dabei, vorhandene Kundendaten nicht nur freizusetzen, sondern anhand selbstlernender Systeme auch zu verarbeiten und zu strukturieren und damit „intelligente“ Entscheidungen zu treffen.

Und auch Bezahlschnittstellen werden in Zeiten von Industrie 4.0 immer relevanter. Keine Branche kommt heutzutage ohne eine kundenfreundliche Abwicklung von Finanztransaktionen aus. Das Marktpotential weltweit ist enorm.

Was steht für Sie innerhalb des Unternehmens im Zentrum?

Die Finanzbranche kennt uns als Technologiepartner und Sektorspezialist, denn wir kennen die IT-Systeme unserer Kunden und haben gleichzeitig die neuesten Trends immer im Blick. Dieses Bild muss sich natürlich auch innerhalb des Unternehmens widerspiegeln: Unsere Mitarbeiter, sei es in der Beratung oder Entwicklung, verwenden effiziente Methoden, arbeiten mit höchsten Qualitätsstandards und ermöglichen so, passende neue Technologien zu erkennen und zu integrieren. Wie bereits erwähnt, stehen globales Denken, aber eben gleichzeitig lokales Handeln für uns zu jederzeit im Fokus. Lassen Sie mich das so erklären: Auch wenn GFT nicht in jedem Land der Welt mit einem Standort vertreten ist, werden Kunden länderübergreifend betreut. Für unsere internen Strukturen bedeutet das, dass alle Prozesse konsequent auf die Kundenbedürfnisse angepasst sind, was eine gewisse Flexibilität der ganzen Organisation und unserer Mitarbeiter erfordert. Unser wertvollstes Kapital sind und bleiben unsere Mitarbeiter und deren Know-how, weshalb wir auch das internationale Wissensmanagement weiter ausbauen wollen. Das gleiche gilt für das Karrieremodell, die persönliche Entwicklung kann bei GFT über alle Ländergrenzen hinweg erfolgen.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Lulay! Wir sind gespannt auf die Zukunft!

 


Marika Lulay ist seit 01. Juni 2017 CEO der GFT Technologies SE. Im Video gibt sie weitere Einblicke in ihre Vision für die Firma und spricht über einen spannenden Neuanfang. (In Englisch, mit Untertiteln):