GFT InsurTech Serie | Snapsure aus München – Versicherungen durch Schnappschuss


Im zweiten Teil unserer InsurTech Serie sprechen wir mit Enrico Bolloni, Geschäftsführer des Münchner Start-ups Snapsure: Sein Unternehmen hat eine Lösung entwickelt, die die Art, wie wir Versicherungen abschließen, revolutionieren könnte. Mit Snapsure können werthaltige Gegenstände dank Künstlicher Intelligenz situativ und on-demand versichert werden – und zwar nur über einen Schnappschuss. Doch Enrico weiß auch: Nur durch starke Partnerschaften und eine offene Umgangsweise aller Marktteilnehmer kann eine Branche wirklich vorankommen.

Eurem Namen und eurem Slogan ist zu entnehmen, dass ein Snapshot ausreichen kann, um sich versichern zu lassen. Wie genau funktioniert das? Für welche Zielgruppe habt ihr diese Lösung entwickelt?

Enrico: Genau, mit Snapsure kann man Dinge lediglich über einen Schnappschuss versichern lassen.

Wenn ein Versicherungsinteressent sich heute eine Versicherungslösung wünscht, muss er sich eine entsprechende Absicherung entweder selbst, beispielsweise aus dem Internet, zusammensuchen oder sich bei einem Versicherungsagenten erkundigen. Bis man die nötigen Informationen, sprich ein Angebot, vorliegen hat, ist es ein sehr manueller und teilweise zeitaufwendiger Prozess.

Diesen Prozess wollen wir mit Snapsure beschleunigen und dies nicht nur auf Stunden- oder Minutenebene: Unser Ziel ist die Lieferung von Versicherungsangeboten innerhalb von wenigen Sekunden, wann immer und wo immer es die Situation für den Versicherungsinteressenten erfordert. Dabei möchten wir den Prozess für den Versicherungskunden auch noch so smart wie möglich gestalten, indem er einfach einen Schnappschuss von den Dingen macht, die er versichern möchte. That‘s all!

Snapsure – Versicherungen nur durch einen Schnappschuss

Snapsure nutzt hierzu eigene, selbstlernende Algorithmen (Maschinen) auf Basis künstlicher Intelligenz (AI), denen nur eine Frage wichtig ist: „Was möchtest Du versichern?“. Diese Maschinen sind von uns so trainiert, dass sie das zu versichernde Objekt und auch dessen Wert auf dem Foto erkennen können. Diese Informationen übermitteln wir an unsere Kooperationspartner, also einen Versicherer, der daraufhin Versicherungsangebote generiert. Das Ganze findet innerhalb weniger Sekunden statt. Du erhältst also innerhalb weniger Sekunden Informationen darüber, wie teuer eine entsprechende Absicherung wäre, ohne dass du aufwendig im Internet recherchieren, Telefonate führen, E-Mail-Anfragen versenden oder einen Versicherungsberater kontaktieren musst.

Versicherer, die unsere Lösung in ihren Front-Ends wie Apps, Marketplaces, Webseiten, Werbebanner oder Kampagnen einbinden, sprechen somit gezielt eine junge und agile Kundengruppe und damit die Kundengeneration von morgen an.

Innovative Technologien sind der Dreh- und Angelpunkt jedes Unternehmens. Wie wird eure Lösung die Branche revolutionieren?

Enrico: Wir hoffen: sehr! Snapsure steht für eine neue Art, werthaltige Gegenstände situativ und on-demand zu versichern, und das nur über einen Schnappschuss. Keine endlosen Formulare, Vollmachten oder Logins die den Weg zum Versicherungsangebot erschweren – für Snapsure reicht erst einmal nur ein Schnappschuss von der Sache, die du versichern möchtest. Unsere Maschinen kümmern sich dann um den Rest. Dies ist eine neue Art der User Experience und macht Versichern endlich erlebbar. Und das Schöne ist: Unsere künstliche Intelligenz lernt mit jedem weiteren Schnappschuss dazu und verfeinert somit stetig ihre eigenen Logiken, sodass unser Service in Zukunft noch mehr Kundennutzen bieten wird.

 Arbeitet ihr mit etablierten Unternehmen in der Versicherungsbranche zusammen?

 Enrico: Ja, einer unserer ersten Kunden war die Baloise Group, sowie das Start-up KASKO. Derzeit arbeiten wir aber mit weiteren etablierten Versicherern weltweit an Versicherungslösungen, die zu unserem Case passen. Leider dürfen wir derzeit nicht weiter darüber sprechen, aber es werden 2017 und 2018 sehr, sehr spannende und innovative Versicherungsprodukte auf dem Markt erscheinen, die besonders auf die Bedürfnisse der heutigen und zukünftigen Generation von Versicherungskunden zugeschnitten sind.

Zu Beginn des Jahres hat die Berliner Digital Erklärung Wellen geschlagen, die einige Start-ups aus eurem Sektor unterzeichnet haben. Was haltet ihr von der Erklärung und den Forderungen?

Enrico: Die Anliegen, die in dieser Erklärung formuliert wurden, sind wichtig und dies nicht nur aus Sicht der Marktteilnehmer in der Versicherungsbranche, sondern auch aus Sicht des Kunden. Prozesse können in vielerlei Hinsicht gerade im Hinblick auf den Kundennutzen optimiert werden. Hier hat die Versicherungsbranche noch Einiges nachzuholen und dieses Potential wollen wir mit Engagement und Leidenschaft in Angriff nehmen.

Und eine kurze Frage zum Schluss: Ist InsurTech nach FinTech das nächste Trendthema für die Versicherungs- und Finanzbranche?

Enrico: Themen können nur mit starken Partnerschaft und Kooperation vorangetrieben werden. Hierzu ist eine offene und weitblickende Umgangsweise aller Marktteilnehmer gefordert, die in Nachhaltigkeit münden sollte. Derzeit empfinden wir InsurTech tatsächlich als eine Art Trendthema, besonders der Bereich künstliche Intelligenz ist hierbei ein Treiber. Wir hoffen aber gleichzeitig, dass sich einige spannende Ansätze aus diesem „Trend“ zukünftig als Standard einer neuen Form von Versicherungsdienstleistung etablieren wird.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für die Zukunft, Enrico!