Eine innovative Kultur erschaffen, um das Unternehmenspotential auszuschöpfen! Aber wie?


Hat man einmal festgestellt, dass Innovationen für das Wachstum von essentieller Bedeutung sind, stellt sich noch immer die Frage, wie eine Kultur geschaffen werden kann, in der Innovationen quasi von allein passieren und so in die Unternehmens-DNA eingebettet sind, dass durchgängig marktführende Dienstleistungen und Lösungen angeboten werden können. Ich bin der Meinung, dass Sie dies auf zwei Wegen erreichen können: Durch schrittweise Verbesserungen oder durch eine radikale Veränderungen – und in beiden Fällen gilt: Man muss sich ständig vorwärts bewegen!

Leider ist es nicht ganz so einfach, als dass es reichen würde, die Bürotür aufzumachen, alle Mitarbeiter auf dem Gang zu versammeln und ihnen nahezulegen, dass sie ab sofort innovativer sein müssen. Sicherlich kann man auch Glück haben, doch dieser Ansatz wird vermutlich nicht die erwünschte konstante Transformation von Ideen in zukunftsfähige kommerzielle Lösungen bringen, denn das ist es, was Innovation letztlich ausmacht. Es lohnt sich, die Ideen von Mitarbeitern zu unterstützen, aber wenn sie keine positive Veränderung für die Marke oder den Profit bewirken, tragen sie in sich nur wenig Nutzen.

Stattdessen gilt es, eine Strategie für eine Kultur zu entwickeln, in der sich alle Mitarbeiter, egal, welche Rolle oder Ebene sie im Unternehmen einnehmen, als enthusiastische und im Auftrag des Unternehmens handelnde Agenten der Veränderung sehen, die zu innovativen Lösungen und Dienstleistungen führt, die dem Unternehmen zu einem begründeten Vorsprung am Markt verhelfen. Dafür gibt es keine Abkürzungen oder Schleichwege und es handelt sich in den meisten Fällen um eine Investition über mehrere Jahre. Doch sollte diese Herausforderung entmutigend auf Sie wirken, fragen Sie sich einfach mal, was passieren wird, wenn Sie nichts erneuern! Wird Ihre Firma in einer Flaute landen oder sogar von spritzigeren und innovativeren Wettbewerbern überholt werden?

Die führenden globalen Marken haben nämlich das Potential für Innovationen und sie sind darüber hinaus besser ausgestattet und haben bessere Ressourcen, die Innovationen zugutekommen, als jedes kleine Start-up je haben könnte. Sie haben außerdem eine bereits etablierte Marke, aktuelle Kunden, traditionelle Vertriebskanäle und investieren in Technologie. Die Herausforderung besteht darin, die Mitarbeiter innerhalb der Firma Ideen entwickeln zu lassen, ein gewisses Risiko einzugehen und aus ihren Fehlern zu lernen. Neue Ideen existieren überall da, wo Menschen sind, egal ob in kleinen oder großen Unternehmen – man muss ihnen nur die Freiheit geben, zu wachsen. Die „Unternehmenszentrale“ muss eng mit denen zusammenarbeiten, die innovative Ideen haben, um sie so zu ermutigen, Hindernisse aus dem Weg zu räumen und kreativen Start-ups den Anstoß zu verpassen.

Um dort hinzugelangen empfehlen wir eine Strategie, die aus drei essentiellen und ineinander verzahnten Komponenten besteht, die auf den drei etablierten Säulen Menschen, Prozesse und Technologie beruht.

Menschen

Damit die Mitarbeiter ihr volles Potential als Innovatoren entfalten können, benötigen sie gewisse Dinge von der Firma:

  • Erklären Sie ihnen, dass Innovation eine Kernkompetenz ist, die geschätzt wird und anhand derer Mitarbeiter gemessen, viel wichtiger aber auch anerkannt und belohnt werden
  • Geben Sie Hilfestellung, damit Ihre Mitarbeiter die richtigen Fähigkeiten entwickeln können; nicht jeder ist als Unternehmer geboren, weshalb ein Schulungsprogramm für kreatives Denken ein toller Ausgangspunkt sein kann
  • Physische Räumlichkeiten zu erschaffen, entsprechende Technologie anzubieten und selbst kreativ zu sein im Hinblick darauf, wie Mitarbeiter ihre Zeit nutzen, ermöglicht eine Art „Innovationsstudio“, in dem Einzelne und kleine Gruppen gemeinsam an neuen Ideen außerhalb ihrer täglichen Arbeit (und fernab der Normen) arbeiten können
  • Letztlich – und das ist essentiell – müssen Ihre Mitarbeiter wissen, dass sie sich aus dem Fenster lehnen dürfen, weil sie in einem Unternehmensumfeld arbeiten, in dem ein gescheiterter Versuch viel mehr Wert ist als auf Nummer sicher zu gehen

Prozesse

Nachdem Sie für das Thema sensibilisiert, Enthusiasmus erreicht und damit begonnen haben, die Innovationsfähigkeiten Ihrer Mitarbeiter zu entwickeln, bleibt die Frage: Wie können Sie Ihre Mitarbeiter so steuern, dass sichergestellt ist, dass die Innovationen entdeckt und ausgewählt werden, die den besten Return on Invest (ROI) bringen, um in diese zu investieren?

Erstellen Sie eindeutig definierte und einfach zu verstehende Kriterien für Innovationserfolg. Der erste Fehler, den viele begehen, ist einen formellen, starren Prozess ins Leben zu rufen, der Entscheidungskomitees bestehend aus leitenden Angestellten beinhaltet – außer natürlich, wenn das Ihre Unternehmenskultur wiederspiegelt. In diesem Fall sind Sie ja aber vermutlich ohnehin nicht so sehr an Innovationen interessiert!

Sollten Sie sich aber trotzdem für diesen Ansatz entscheiden, werden Ideen wahrscheinlich im Keim erstickt, weil Ihre Mitarbeiter den Vertrauensvorschuss nicht wahrnehmen werden und ihre persönliche Zeit nicht investieren wollen. Sie werden dies als „zu schwierig“ oder „zu riskant“ einstufen.

  • Entwickeln Sie kurze, einfach zu verstehende und klar definierte Kriterien, die Ihren Mitarbeitern helfen, zu verstehen, wie eine gute Idee aussieht und sie schnell selbst einschätzen lässt, ob sich ihre Idee in diesem Rahmen bewegt
  • Zeit und Investment (ob Pound, Dollar oder Euro) sind beide gleichermaßen kostbar. Früh zu scheitern ist genauso wichtig wie ROI zu erreichen. Im Idealfall ist der Input der Mitarbeiter bereits beim Erstellen und Definieren dieser Kriterien gefragt, was wiederum dabei hilft, früh ein hohes Level an Bereitschaft und Bewusstsein zu erreichen
  • Erlauben Sie Ihren Mitarbeitern, sich selbst zu organisieren, so dass sie zu dem Zeitpunkt, ab dem sie sich auf einen formelleren Investment-Governance-Prozess einlassen (dessen Timing und Struktur vom Investment und Risiko abhängig sein sollte), in der Lage sind, ihre Idee zu entwickeln und die notwenige Unterstützung erhalten, so dass der Bewertungsprozess und das Zulassungsverfahren so effizient und effektiv wie möglich sind
  • Geben Sie positives Feedback, kümmern Sie sich um konstruktive Anleitungen, vergessen Sie nicht ein ernst gemeintes Dankeschön und ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter, sich zukünftig weiter einzubringen, auch, wenn die Idee abgelehnt wurde

Technologie

Ein Großteil der Unternehmen hat ihre Mitarbeiterschaft auf mehrere Standorte verteilt. Wie also kann man es Innovatoren erleichtern, sich gegenzeitig zu finden und, nachdem das geschehen ist, all ihre Ideen schnell und einfach festzuhalten, zu evaluieren, priorisieren und zu organisieren?

Die Anwendung geeigneter Technologie ist der dritte Schlüssel für eine erfolgreiche Innovationsstrategie. Es sind einige Innovationsmanagement-Plattformen auf dem Markt, aber bitte berücksichtigen Sie folgende Prinzipien, bevor Sie sich entscheiden:

  • Ermöglicht es die Lösung, dass Mitarbeiter in verschiedenen Funktionen und an Standorten sowie externe Partner miteinander kollaborieren?
  • Kann Ihnen die Lösung einfach Aufschluss darüber geben, wer über das Jahr hinweg Innovationen entwickelt und sich eingebracht hat – sodass Anerkennung gegeben und Leistung belohnt werden kann?
  • Ermöglicht sie informellen Netzwerken sich selbst zu managen und schnell vom „Formen“ zum „Performen“ überzugehen?
  • Werden die Konzepte von Social Media und Gamifizierung unterstützt, so dass Mitarbeiter Ideen liken oder über sie abstimmen können, um gute Ideen voranzustellen und solche, die keine Unterstützung erhalten, schnell scheitern zu lassen?
  • Ist es einfach, Wissen, Ideen und Lessons Learned zu teilen?
  • Ist der Zugriff über das Handy möglich?

Sollte die Antwort auf all diese Fragen ein schallendes „Ja“ sein, dürfen Sie sich selbst gratulieren – Sie haben das Puzzleteil gefunden, das zu der innovativen Kultur noch gefehlt hat, die Ihnen dabei helfen könnte, das volle Potential Ihres Unternehmens freizulegen.