CODE_n CONTEST // Meet the FinTechs: Robo-Advisory mit Ginmon


gm_logoMit Ginmon investieren Kunden Geld in ein global diversifiziertes Portfolio, das auf bewährten wissenschaftlichen Ansätzen basiert. Sie beteiligen sich an hohen Renditen bei gleichzeitig niedrigem Risiko eines breiten Investments in über 10.000 Unternehmen Aus 47 Ländern. Das Startup bietet eine transparente All-inclusive-Lösung, die es Kunden ermöglicht, ihre Investitionen nachzuvollziehen und ihnen gleichzeitig ein valides Gefühl der finanziellen Sicherheit verschafft. Gründer und CEO Lars Reiner hat uns mehr erzählt.

Was genau verbirgt sich hinter Ginmon? Wie ist euch die Idee dazu gekommen?

Lars: Bei Ginmon dreht sich alles um das Bereitstellen einer modernen und effizienten Vermögensverwaltung. Während meiner Tätigkeit für eine der größten kommerziellen Banken in Deutschland habe ich festgestellt, dass bewährte wissenschaftliche (Anlage-)Konzepte dem Kunden nicht angeboten werden. Diese Konzepte werden überall auf der Welt gelehrt und haben sich immer wieder bewährt. Banken bieten Produkte, die auf diesen Konzepten basieren nicht an, weil sie niedrige Margen erzielen und nicht so profitabel sind wie herkömmliche Produkte. Daher muss man, wenn man wirklich von der Vermögensverwaltung profitieren will, Investment-Theorie studieren und sich selbst kümmern oder entsetzliche Summen an Vermögensverwalter zahlen. Darüber hinaus erschien es mir so, als ob große Firmen auf die Möglichkeiten, die durch die Digitalisierung entstehen, nicht reagieren konnten oder wollten und sich nicht entsprechend anpassten. Als jemand, der Technologie und Innovationen liebt, hatte ich eine klare Vorstellung davon, wie Kunden von der Digitalisierung profitieren könnten, doch die bestehende Finanzindustrie hat mir nicht das richtige Umfeld geboten, um diese Ideen zu implementieren. Schließlich bin ich dem Wunsch vieler Freunde und Familienmitglieder nachgekommen, die nach einer entsprechenden Lösung gesucht haben und habe Ginmon gegründet. Um es auf den Punkt zu bringen:

Ich wollte die Ideen, die ich für die digitale Vermögensverwaltung hatte, implementieren, ein Investmentkonzept bereitstellen, das bis dahin nur Experten zugänglich war und zu guter Letzt Freunde und Familie befähigen, Vermögen effizient aufzubauen.

Ginmon_in_3_Schritten
Ginmon in drei Schritten

“Digital Disruption“ – das ist das Motto des diesjährigen CODE_n CONTEST. Was macht eure Lösung innovativ, was macht sie disruptiv?

Lars: Die Innovation hinter Ginmon ist die Kombination wissenschaftlicher Konzepte für die Vermögensverwaltung mit einer Technologie, die uns erlaubt, wesentliche Prozesse zu automatisieren und zu verbessern. Vor allem eine kontinuierliche Neugewichtung und das antizyklisches Investment, das durch unseren Algorithmus signifikant verbessert wird, helfen uns dabei das Risiko-Rendite-Profil unserer Kunden zu optimieren. Wir können ein besseres Produkt zu geringeren Kosten anbieten und dadurch der etablierte Industrie entgegentreten und existente Strukturen aufrütteln.

Dazu kommt, dass wir uns auf Kundenbedürfnisse fokussieren, die bisher nicht befriedigt wurden. Wir glauben daran, dass Kunden abgesehen vom Profit, vor allem die Kontrolle über ihre Investitionen wünschen, flexibel bleiben wollen und wirklich verstehen möchten, was mit ihrem Geld passiert, beziehungsweise die Strategie dahinter verstehen und auf professionelle und persönliche Weise unterstützt werden wollen. Der größte Teil unserer Kunden hat selbst einiges an Kapitalmarkterfahrung, versteht aber die Vorteile einer Lösung, die es ihnen ermöglicht, zu jeder Zeit ohne Anstrengung optimal zu investieren.

Ihr seid einer der 13 Finalisten im Wettbewerbscluster „Applied FinTech“. Was denkst du, welchen Herausforderungen sich junge Unternehmen in dieser Branche stellen müssen? Und wie bewältigt ihr diese Herausforderungen?

Lars: Die deutsche Kultur scheint sehr konservativ gegenüber Finanzprodukten eingestellt zu sein. Daher nehmen neue Produkte manchmal nicht so schnell Fahrt auf, wie das in anderen Ländern der Fall wäre. Doch wenn ein Produkt mal angenommen wurde, ist Deutschland ein sehr wertvoller Markt.
Eine Möglichkeit damit umzugehen liegt in Kooperationen mit existierenden und bekannten Unternehmen. So können FinTechs von bekannten Marken profitieren und etablierte Unternehmen wiederum von innovativen Geschäftsmodellen und Konzepten.

Was können Robo-Advisors besser als der herkömmliche Bankberater?

Lars: Ersten beraten klassiche Bankberater in vielen Fällen gar nicht wirklich, sondern verkaufen einfach die Produkte, für die sie die höchsten Margen erzielen, beispielsweise also Produkte die auf Provision basieren oder Produktangebote der Bank, für die sie arbeiten. Sie müssen diese Produkte tatsächlich sogar verkaufen um einen gewinnbringenden Service anzubieten. Es ist sehr kostenintensiv, eine persönliche Beratung anzubieten. Das liegt an den Kosten für Mieten, regulatorischen Vorgaben und dem benötigten Personal. Da wir essentielle Prozesse automatisieren können, sind wir in der Lage die Kosten runterzuschrauben und Produkte wirklich nach ihrer Qualität auszuwählen.

Zweitens wird unsere Investmentstrategie von einem unemotionalen Algorithmus implementiert und kann daher Strategien verfolgen, denen menschliche Investoren nur schwer folgen könnten. Unsere kontinuierliche Neugewichtung beispielsweise und das antizyklisches Investment, durch das wir die Risiko-Rendite-Rate optimieren.

Zu guter Letzt passen transparente und einfach zu handhabende Lösungen viel besser zu den Bedürfnissen unserer Kunden, als eine persönliche Beratung mit Terminen, zu denen man eigentlich arbeiten sollte und ohne Möglichkeiten, die Produkte zu vergleichen oder sich darüber zu informieren, während man bereits eine Entscheidung trifft. Unsere Kunden entscheiden und erkundigen sich selbst online, mit einer Lösung die ihnen nichts verkaufen will, sondern ihre Entscheidung rational begründet.

Vielen Dank für das Interview, Lars!