CODE_n CONTEST // Meet the FinTechs: Nutzerauthentifizierung durch Venenmuster


Wir alle kennen das Dilemma: Tausende Male am Tag den PIN oder Passwörter einzugeben, ist zwar sicher – aber es kann auch lästig sein. Einer unserer vielversprechenden CODE_n CONTEST Finalisten im „Applied FinTech“ Cluster hat dafür die passende Lösung! Im nächsten Teil unserer Serie stellen wir Biowatch vor. Das Schweizer Startup integriert Biometrie in Wearables und ermöglicht so beispielsweise sicheres Bezahlen mittels Authentifizierung über die eigenen Venen. In unserem Interview erzählt Matthias Vanoni, Mitgründer und CEO, mehr über Biowatch.

Biowatch_LogoMatthias, was genau verbirgt sich hinter Biowatch? Wie ist euch die Idee dazu gekommen?

Matthias Vanoni: Bei Biowatch dreht sich alles darum, sämtliche Authentifizierungsschritte, die wir tagtäglich tausende Male durchlaufen, aus der Welt zu schaffen: PIN Codes, Passwörter, Schlüssel, Karten, Fingerabdrücke und so weiter. Mit Biowatch trägst du unser Device an deiner Uhr und so werden alle anderen Arten der Authentifizierung ersetzt. Bei Biowatch geht es um das Sichern unseres Wearables mittels eines Systems zur Venenerkennung am Handgelenk – alles dreht sich um die Einzigartigkeit deines Venenmusters.

Die Idee dazu stammt vom Briten Joe Rice; er patentierte die Venenerkennung erstmals 1985. Joe setzte sich jahrelang für das Konzept ein, Venenmuster zur Aktivierung einer Uhr zu benutzen, die anschließend für den Nutzer sämtliche weiteren Authentifizierungen nahtlos vornimmt. Im Sommer 2014 überzeugte ich – selbst Doktorand der Venenbiometrie –Joe dann davon, eine Partnerschaft einzugehen und diese Vision in ein tatsächliches Produkt zu überführen.

„Digital Disruption“ – so lautet das Motto des diesjährigen CODE_n CONTEST. Was macht eure Lösung innovativ, was macht sie disruptiv?

Matthias Vanoni: Zum ersten Mal in der Geschichte integrieren wir Biometrie in Wearables. Das wirkt vielleicht auf den ersten Blick nicht sehr disruptiv, wenn man es mit Biometrie in Handys wie beispielsweise TouchID vergleicht, sondern eher wie eine Evolution. Aber es ist tatsächlich eine Revolution, denn Biometrie integriert in Wearables bedeutet das Ender der Nutzerauthentifizierung! Während TouchID den Endnutzer dazu auffordert, seine biometrischen Daten hunderte Male am Tag zu zeigen, fragt Biowatch den Endnutzer einzig beim Anlegen des Wearables danach. Diese Disruption wird durch eine Innovation in der Bilderfassung des Venenmusters in einem Wearable sowie übergreifende Aspekte im Zusammenhang mit Minuiaturisierung geschaffen.

Biowatch's smart module and re-designed deployant buckle (© Biowatch)
Smart-Modul und re-designte Aufsatzschnalle (© Biowatch)

Ihr seid einer der 13 Finalisten im Wettbewerbscluster „Applied FinTech“. Was denkst du, welchen Herausforderungen sich junge Unternehmen in dieser Branche stellen müssen? Und wie bewältigt ihr diese Herausforderungen?

Matthias Vanoni: Uns fehlt es an Vertrauen. Auch wenn wir die Leute davon überzeugen, dass unsere Vision die richtige ist (keine leichte Aufgabe, da die Nutzer oftmals erst informiert und dann überzeugt werden müssen), ist das mangelnde Vertrauen in unsere Fähigkeit, Prototypen zu entwickeln, zu industrialisieren, zu kommerzialisieren, Geld zu machen etc. eine große Herausforderung. Kommunikation, Bildung und Iteration sind meiner Ansicht nach der Schlüssel. Fortschritt zu zeigen, ist wichtig.

Eure Idee basiert auf Bluetooth und Near Field Communication zwischen der Uhr und weiteren Devices? Welche Devices, Plattformen und Unternehmen unterstützen eure Uhr bereits? Und was passiert wenn ich sie verliere?

Matthias Vanoni: Genau, die „Uhr” kommuniziert mit verbundenen Devices und authentifiziert so den Endnutzer. Wir haben die Unterstützung der Nummer-1-Privatkundenbank in Frankreich, Credit Agricole, aber auch von Audi, PSA, RATP, KABA dem Smartwatch-Hersteller MyKronoz und auch viele weitere Unternehmen sind im Begriff, uns zu unterstützen.

Wenn du deine Biowatch verlierst, bringt dich das zurück ins dunkle Zeitalter, wo Passwörter, Karten und Schlüssel die Regel und nicht die Ausnahme waren. Es sei denn, du hast ein Duplikat deiner Biowatch erstellen lassen, das du weiter nutzen kannst – so als ob nichts passiert wäre. Und ansonsten, keine Sorge, dass jemand anderes deine Uhr benutzt: Sie funktioniert einzig und allein an deinem Handgelenk.

Danke für das Interview, Matthias!