GFT auf der Fachkonferenz „Zahlungsverkehr der Zukunft“


Ende Februar in Köln. 100 Finanzexperten und Bankeninsider treffen sich auf einer vom Bank-Verlag ausgerichteten Konferenz zum Thema „Zahlungsverkehr der Zukunft“. Der Schwerpunkt der Tagung liegt in diesem Jahr auf den modernen Technologien und innovativen Anwendungen im Bereich der Finanzdienstleistungen, speziell im Zahlungsverkehr. Startups im Zahlungsverkehr (Fintechs) setzen auf neue technologische Möglichkeiten, um Zahlungen einfacher und kostengünstiger abzuwickeln. Dazu gehören beispielhaft mobile Bezahlvorgänge, bei denen der Zahlungspflichtige ein Mobiltelefon oder Tablet zur Initiierung, Autorisierung und Realisierung der Zahlung am Point of Sale und im Internet einsetzt.

Med Ridha Ben NaceurAuf der Konferenz berichtete Med Ridha Ben Naceur, Principal Consultant bei GFT, (Foto rechts) über die mobile Bezahllösung Jiffy, die GFT für den italienischen Markt mitentwickelt hat. Wir haben mit Med Ridha über die Ergebnisse der Konferenz gesprochen.

Med Ridha, was wurde auf der Konferenz in Köln diskutiert? Wie ist dein Eindruck über die Stimmung in der Branche in Bezug auf die Zukunft des Zahlungsverkehrs?

Med Ridha Ben Naceur: Die Stimmung ist im Prinzip gut. Man ist, um im Branchenjargon zu bleiben, vorsichtig optimistisch, auch in Zukunft bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs eine wichtige Rolle zu spielen. Indiz für diese Einschätzung ist auch ein Vergleich zu den Themen im Vorjahr. 2014 wurde viel über PayPal diskutiert, über Bitcoin und welche Probleme diese Konzepte den Banken in der Zukunft noch bereiten werden.


In diesem Jahr wurde eher über konkrete Lösungen gesprochen, die von den Banken selbst realisiert werden können. Man gibt das Feld nicht verloren, sondern will selbst aktiv werden. Hinzu kommt, dass die Regulierer den Banken bei Thema Instant Payment Druck machen. In naher Zukunft müssen die Institute ihren Kunden die Möglichkeit bieten, Zahlungen in Echtzeit abzuwickeln. Da scheint es vielen Entscheidern in den Banken sinnvoll, jetzt in digitale Lösungen zu investieren, die ihren Kunden einen wirklichen Mehrwert bieten. Und an dieser Stelle spielt natürlich das Thema Mobile Wallet weiter eine große Rolle. Überweisungen mit dem Smartphone an Dritte, Einblicke in die persönlichen Finanzverhältnisse, eine Rechnung l mobile bezahlen – all das wollen die Kunden verstärkt nutzen. Und die Banken werden liefern, da herrschte eigentlich Konsens.

GFT hat mit Jiffy ja eine eigene Lösung für die Themen Mobile Payment und Mobile Wallet vorgelegt, die du auf der Konferenz vorgestellt hast. Wie wurde deine Präsentation auf der Tagung diskutiert?

Med Ridha Ben Naceur: Unsere Vorstellung ist auf großes Interesse gestoßen. Jiffy hat ja in Italien eine Marktabdeckung von ca. 60 %, was allerdings zum Teil an den speziellen Verhältnissen im italienischen Finanzsektor liegt. Dort hat der Zahlungsabwickler SIA eine starke Position und ermöglicht vielen Banken sich der Nutzung anzuschließen. Dadurch ist Jiffy quasi eine Art Standardlösung geworden, die die Banken ihren Kunden anbieten können, um am mobilen Zahlungsverkehr zu partizipieren. Dieser Ansatz – eine Lösung für alle – ist ja aus vielen Gründen sinnvoll, zumal sich individuelle Lösungen der Banken in der Vergangenheit nicht am Markt durchsetzen konnten. Dieser Gedanke hat auf der Konferenz vielen eingeleuchtet, so mein Eindruck.

Die Lage ist doch in Wahrheit so, dass sich Techunternehmen wie Paypal einen technologischen Vorsprung erarbeitet haben. Bisher sind die Banken noch in die Zahlungsprozesse dieser Dienstleister involviert, weil die Zahlungen letztendlich über Kreditkarten und Bankkonten abgewickelt werden. Paypal allerdings verfügt mittlerweile über eine Banklizenz, könnte also als veritabler Wettbewerber am klassischen Markt für Finanzdienstleistungen auftreten. Diese von den Techunternehmen vorgetragene Mischung aus geschlossenen Zahlungskreislauf, technologischem Vorsprung und innovativen, kundenorientierten Dienstleistungen macht den Banken Kopfzerbrechen. Dieses wird nämlich durch die EU im Rahmen der PSD 2 unterstützt. Mit Jiffy bleiben sie im Geschäft und können ihre Kunden weiter an sich binden.

Bisher wurde ja das Thema mobile payment eher für junge Zielgruppen diskutiert. Die Generation Facebook will eben mit dem Smartphone bezahlen, sich Geld überweisen, Coupons einlösen, das zeigen alle Trends. Kann man darüber hinaus davon ausgehen, dass sich auch andere Kundengruppen für das Bezahlen mit dem Smartphone begeistern lassen?

Med Ridha Ben Naceur: Das waren sich eigentlich alle einig, dass man den Blick erweitern muss. Aus dem Erfolg von Jiffy lässt sich die ganz praktische Erkenntnis gewinnen, dass viele dieser mobilen Dienste keine Spielerei für technikinteressierte junge Leute sind. Diese mobilen Möglichkeiten sind einfach bequem, schnell, einfach. Es wäre doch für uns alle sehr komfortabel, nicht nur einfach mit dem Smartphone ein Taxi zu bestellen, sondern das dann auch damit zu bezahlen, indem wir das Smartphone im Taxi über ein Lesegerät halte. Die Rechnung bekommen wir anschließend automatisch per E-Mail. Das sind ganz einfache Vorgänge für den Kunden, die natürlich auf Seite der Banken sicher und regulatorisch sauber umgesetzt werden müssen. Dazu tragen wir von GFT mit innovativen IT-Dienstleistungen unseren Teil bei, um die Banken zu unterstützen, in diesen Zukunftsmärkten nicht den Anschluss zu verpassen und mit gewohnt hoher Qualität zu agieren.

Hier können Sie Präsentation, die Med auf der Konferenz gezeigt hat, durchblättern