Büro 3.0: Arbeiten in der digitalen Welt


Laptop, Smartphone oder Tablet: Dank mobiler Endgeräte sind wir immer häufiger online. Die Arbeitswelt wird durch die Digitalisierung flexibler, Beruf und Freizeit verschmelzen zunehmend. Wir arbeiten in der Bahn, zu Hause, im Hotel oder im Café. Welche Chancen und Risiken bergen flexible Arbeitsmodelle? Der Hightech-Verband BITKOM hat 500 Berufstätige und 800 Unternehmen zum „Arbeiten in der digitalen Welt“ befragt. Die daraus entstandene Studie zeigt aktuelle Entwicklungen auf und gibt Empfehlungen, wie sich Bedürfnisse und Anforderungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern auch in einer flexiblen Arbeitswelt in Einklang bringen lassen. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:

iStock_000022362198SmallMobile Technologien fördern flexible Arbeitsmodelle

Heutzutage ist es nicht ungewöhnlich unterschiedlichste Geräte für die Arbeit zu nutzen. Die Verfügbarkeit von mobilen Breitbandnetzen und Daten in der Cloud lassen uns immer und überall auf die notwendigen Informationen zugreifen. Die Zahlen sprechen für sich: Tagtäglich nutzen 87% der Angestellten den Computer, 67% das Handy und 79% mobile Endgeräte. Dadurch wird Arbeiten ortsunabhängig. 62% gehen ihren beruflichen Aufgaben häufig von zu Hause aus nach und mehr als die Hälfte aller Befragten (55%) arbeitet von unterwegs. Für viele Angestellten ist das flexible Arbeiten ein Weg, Beruf und Familie besser zu vereinen – besonders für berufstätige Frauen ein wichtiger Faktor. Das wissen auch die Personalverantwortlichen. Die Mehrheit ist der Meinung, dass Home Office für mehr Zufriedenheit bei den Mitarbeitern sorgt (62%) und zudem deren Bindung an das Unternehmen stärkt (59%). Dass Arbeiten von zu Hause die Arbeitsleistung verschlechtern könnte, denken nur 16%. Dennoch ist, in Anbetracht der zahlreichen Vorteile, der Anteil an Firmen, welche das Home Office aktiv unterstützen, mit 26% relativ gering.

Ständige Erreichbarkeit erfordert mehr Verantwortung

Durch die mobilen Endgeräte kann man immer erreichbar sein. Hier ist der Arbeitgeber in der Pflicht, für eine ausgewogene Work-Life-Balance zu sorgen. Das Problem: Häufig gibt es keine konkreten Regeln, wer wann erreichbar sein muss. Laut der BITKOM-Umfrage sind 77% der Angestellten nach Büroschluss verfügbar, manche sogar während des Urlaubs. 68% der Personalverantwortlichen erwarten eine gewisse Erreichbarkeit der Mitarbeiter, 8% sogar in der Nacht oder im Urlaub. Allerdings gibt es nur selten entsprechende Absprachen. Nur ein Fünftel der Befragten verwies auf mündliche Absprachen mit den Vorgesetzten (20%).

Auf Basis dieser Ergebnisse hat der BITKOM ein Regelwerk für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammengestellt, damit die Zusammenarbeit auch ortsunabhängig funktioniert.

Fünf Regeln für Arbeitgeber:

  • Klare Vereinbarungen schaffen Vertrauen
  • Mitarbeiterleistung sollte an Zielerreichung, nicht an Anwesenheit gemessen werden
  • Moderne Technologien für interne Zusammenarbeit nutzen
  • Führung der Mitarbeiter besonders bei hoher Mobilität wichtig
  • Neue Arbeitsmodelle müssen zur Kultur passen

Vier Regeln für Arbeitnehmer:

  • Sich selbst managen: Flexible Arbeitsmodelle verlangen ein hohes Maß an Selbstorganisation. Effizientes Arbeiten und Verlässlichkeit sind unabdingbar.
  • Sich selbst schützen: Flexible Arbeit darf nicht zur Selbstausbeutung führen. Engagierte Mitarbeiter setzen Grenzen und halten diese ein.
  • Sichtbar bleiben: Wer selten im Büro ist, muss stärker darauf achten, dass seine Arbeitsergebnisse und seine Rolle als Teammitglied wahrgenommen werden.
  • Digitale Kommunikation aktiv und effektiv nutzen: So kann man eigene Leistung und Kreativität darstellen.

 

Marc Ebert - Head of Human ResourcesMarc Ebert – Head of Human Resources GFT Group:

„Die verstärkte Nutzung verschiedener Medien hilft uns ungemein unsere Kollegen, die zum Teil häufig in internationalen Projekten unterwegs sind, mit wichtigen Informationen zu versorgen und in einem stetigen Austausch zu bleiben. Unternehmen, die eine ernst gemeinte Kommunikation und einen Austausch mit ihren Mitarbeitern aufbauen, erkennen früher die individuellen Stärken, Fähigkeiten und Interessen der eigenen Fachkräfte. Somit ist es letztlich nur eine logische Konsequenz, verschiedene Kommunikationswege zu nutzen, um die eigenen Mitarbeiter auf ihren bevorzugten Kanälen abzuholen.“

 

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  1. Rene29. November 2013

    Es ist ein gravierender Wandel, der durch die neuen Technologien möglich wird. Ich bin gelernter Banker und erinnere mich noch gut daran, dass man früher die Börsenkurse mit dem Kunden über Videotext besprochen hat. Die Kurse im Handelsblatt waren Pflicht. Heute ist es dank Internet für jeden überall zugänglich.

    War es früher das Fax, ist es heute die Email. Saß der Kunde früher in Süddeutschland befindet er sich heute in Asien, den USA oder in China. Ich selbst arbeite von Thailand aus in Österreich und bin mal gespannt, wann es die Möglichkeiten gibt sich zur Arbeit zu beamen.

    Das Wichtigste jedoch ist und bleibt immer die Disziplin, die gestellten Aufgaben zu erledigen und man muss sich ein Umfeld schaffen, in dem man in der Lage ist seine sozialen Kompetenzen zu erhalten und zu fördern. Ich habe gelernt, dass es durchaus förderlich ist, sich wieder in Cafes, Büros etc zu treffen, weil dort einfach leibliche Menschen sind und keine virtuellen Gesprächspartner. Rene