Welche Herausforderungen bringt die Generation Y für Arbeitgeber mit sich?


Alle Geburtsjahrgänge nach 1980 fallen unter den Begriff Generation Y. Diese Generation gilt als gut ausgebildet und technologieaffin. Mobile Kommunikation und Internetznutzung sind ihnen seit Kindheitstagen vertraut und in ihren Alltag vollständig integriert.

Die Herausforderung für Arbeitgeber liegt jedoch nicht in der technologieaffinen Lebensweise der potenziellen Fachkräfte, sondern in den veränderten Erwartungen, Werten und Zielen:

  • Steigende Mobilität und sinkende Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber
  • Pragmatische und zielstrebige Einstellung zu Beruf und Karriere
  • Fokus auf Work-Life-Balance
  • Hoher Stellenwert von Familie und Freunden
  • Ausgeprägtes Selbstbewusstsein (teilweise ausgelöst durch die öffentliche Diskussion über den Fachkräftemangel)

In zehn Jahren werden 40% der Belegschaft über 50 Jahre alt sein. Gleichzeitig wird die Zahl der Mitarbeiter unter 30 Jahren auf 18% sinken. Die Sorge um veränderte Altersstrukturen und drohenden Fachkräftemangel werden (fast) alle Unternehmen betreffen.

Diese Tatsache verdeutlicht eingehend, warum diese Thematik, gerade auch für Mittelständler, zukünftig eine strategische Bedeutung erhalten wird.

Worauf müssen sich Arbeitgeber in Zukunft einstellen, welche Erwartungen hat die nachkommende Generation? Zunehmende Internationalisierung sowie Globalisierung sind für die Generation Y keine Besonderheit mehr. Ganz im Gegenteil, sie sind fest im Weltbild verankert und werden im Rahmen der Ausbildung sowie im späteren Beruf automatisch impliziert und gewünscht. Viele Unternehmen reagieren schon aktiv auf diese Veränderungen und setzen dabei den Fokus auf den Aufbau von interkulturellen Kompetenzen sowie die Integration von Auslandsaufenthalten während der Einarbeitungsphase.

Neben der Internationalisierung hat sich auch das Wertesystem bezüglich traditioneller Hierarchiemodelle verschoben.

„Wenn Sie einem 25-Jährigen erklären wollen, dass er eine wahrscheinlich gewinnbringende Idee nicht umsetzen darf, weil das eine andere Abteilung macht, weil er dafür noch nicht in der passenden Position ist oder weil es dafür kein Budget gibt, würgen Sie Kreativität und Bereitschaft, sich einzubringen, ab“, erklärt Christian Rusche, Verantwortlicher für die MINT-Trendstudie, in diesem Interview.

Stand die ältere Generation noch für traditionelle Werte, feste Strukturen, klare Hierarchien und eine lange Firmenzugehörigkeit, sehen sich die Unternehmen heute in der Umsetzung von Themen gefragt, ein Arbeitsumfeld zu erschaffen, welches den Mitarbeitern ein flexibles, standortunabhängiges und internationales Arbeiten mit flachen Hierarchien und unter Beachtung der Work-Life-Balance ermöglicht.