Filiz Sarah Gärtner

FinTech Serie | feelix – der digitale, automatisierte Finanzplaner

Ein weiteres FinTech stellt sich vor: Mit feelix können Kunden ihre Finanzplanung automatisieren und ihre bestehenden Finanz- und Versicherungsverträge digital managen. Das Startup hilft außerdem dabei, Schwachstellen im Kleingedruckten der Verträge aufzudecken und zeigt, an welcher Stelle Geld gespart werden kann. Tilo Hammer, Gründer und Geschäftsführer erzählt uns im Interview alles über seine innovative Plattform und die Vorteile für den Nutzer.

Was genau verbirgt sich hinter feelix – wie ist die Idee dazu entstanden?

Tilo Hammer, Geschäftsführer bei feelix

Tilo Hammer, Geschäftsführer bei feelix

Tilo Hammer: Durch meine Ausbildung zum Bankkaufmann und die mehr als zehn Jahre Berufserfahrung, die ich in der Welt der Banken und Versicherungen gesammelt habe, kam ich recht früh auf den Gedanken, Verbrauchern einen einfacheren Zugang zu ihren Finanzen zu ermöglichen. Das Potential, welches das Online-Zeitalter dann nach und nach bot, ließen schließlich die Idee „feelix“ in mir reifen.

feelix ist eine Art digitaler Vertragsordner. Nutzer können alle bestehenden Finanzverträge kostenlos verwalten und optimieren, d.h. Versicherungs-, Geldanlage-, Strom-, Gas-, Telefon- und Kreditverträge. Mittels eines automatisierten Vertragschecks analysiert feelix die Situation des Kunden, zeigt wo sich Schwachstellen im Kleingedruckten seiner Verträge befinden, wo er Geld sparen kann, wo Absicherungen fehlen oder wo er überversichert ist. Zum Vergleich der Finanzverträge greifen wir auf eine Datenbank mit über 8.000 historischen und aktuellen Tarifen zurück. Ein solches Produkt hat aktuell niemand am Markt, denn im Gegensatz zu klassischen Vergleichsportalen bezieht es eben nicht nur aktuelle, sondern auch ältere Tarife mit ein. Zeigt der Vertragscheck, dass der Nutzer mit einem neuen Tarif besser dran wäre, kann dieser auch direkt in der feelix App abgeschlossen werden. Wir haben derzeit rund 10.000 Finanzprodukte im Portfolio. Fragen und Beratungswünsche kann der Kunde zudem persönlich via Live-Chat klären. Damit bieten wir ein Rundum-Service für das Management von Finanzverträgen. Ziel ist, dass die Nutzer ihre finanzielle Situation besser verstehen und selbst kontrollieren können. feelix funktioniert als App auf Smartphone und Tablet, aber auch als Browser-Version auf dem Computer.

Arbeiten Sie mit etablierten Banken oder entsprechenden Unternehmen zusammen?

Tilo Hammer: Natürlich, wir haben eine ganze Reihe von Partnern, um unseren Nutzern ein möglichst umfangreiches Produktportfolio zu bieten. Wie gesagt, mit feelix können Sie nicht nur Finanzverträge verwalten und vergleichen, sondern auch neue Produkte direkt in der App abschließen. Wenn der Vertragscheck beispielsweise ergibt, dass Sie mit einer neuen Hausratversicherung deutlich besser fahren, können Sie mit nur wenigen Klicks direkt wechseln. Aktuell stehen rund 10.000 Finanzprodukte von über 400 Kooperationspartnern zur Verfügung – darunter 296 Versicherungen, 21 Bausparkassen, 44 Private Krankenversicherungen, 1089 Stromanbieter, 51 Banken, 81 gesetzliche Krankenkassen, 441 Gasanbieter und 41 Mobilfunkanbieter. More…

Jeremy Taylor

Des (MiFID II) Rätsels Lösung: Jetzt bloß nicht aufschieben!

Es scheint verständlich, dass viele Firmen die Entscheidung begrüßt haben, die Frist zur MiFID II Implentierung um zwölf Monate nach hinten zu verschieben. Aber: Dies ist kein Anlass, die enorme Vorschrift, die MiFID II darstellt, auf die leichte Schulter zu nehmen.

MiFID II ist eine der größten und umfassendsten regulatorischen Veränderungen, die in den letzten Jahren eingeführt wurden. Der Aufschub des finalen Implementierungsdatums wird daher dankend angenommen. Es wäre jedoch ein fataler Fehler, wenn Firmen nun glauben, sie könnten sich zurücklehnen und ihre Aufmerksamkeit von den Ansprüchen der Richtlinie abwenden.

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat entschieden, das Datum für die MiFID II Implementierung weit nach hinten zu schieben. Die Regulierungsbehörde geht davon aus, dass es gar nicht möglich ist, die notwendigen IT-Änderungen und System-Weiterentwicklungen bis Januar 2017 durchzuführen.

Drei Puzzleteile und Tafel mit FingerDiese schwierige Entscheidung indiziert, dass immer noch ein großer Berg Arbeit vor den Firmen liegt, bis sie für MiFID II bereit sind. Umso entscheidender ist es, dass die dazugewonnenen zwölf Gnadenmonate vernünftig genutzt werden, um so ein angemessenes MiFID II Programm zu implementieren, das die Richtlinie Stück für Stück erfolgreich bewältigt.

Nehmen wir MiFID II auseinander

MiFID II kann auf drei Kernsäulen heruntergebrochen werden, die alle auf unterstützende Investoren ausgerichtet sind. Diese Säulen sind:

  • Fairere, sicherere und effizientere Märkte
  • Stärkerer Investmentschutz
  • Höhere Transparenz

Die Wurzeln der neuen Richtlinie MiFID II gehen auf ihren Vorgänger MiFID I zurück, die nur kurz vor dem Start der jüngsten Bankenkrise beschlossen wurde. Der Geltungsbereich von MiFID II jedoch übertrifft den von MiFID I bei weitem – sowohl im Umfang als auch in der Tiefe. Nicht überraschend fällt ein Großteil der Last auf die Investmentbanken und hat einen Effekt, der in der ganzen Organisation spürbar ist; vom Front- bis zum Back-Office.

Weil MiFID II ein so breites Spektrum umfasst, ist eine saubere Zusammenfassung schwierig. Wir glauben daran, dass das Aufbrechen in handhabbare „Brocken“ dabei helfen kann, die übergreifende Bedeutung für jede einzelne Firma zu verstehen. Bei GFT haben wir 27 Arbeitsbereiche abgeleitet, die aus der Richtlinie entstehen und die in drei Kernthemen kategorisiert werden können. Diese sind:

  • Marktplätze, Instrumente und Infrastruktur
  • Handels- und Referenzdaten-Reporting
  • Compliance und Investorenschutz

More…

Filiz Sarah Gärtner

FinTech Serie | COMPEON – Elektronischer Marktplatz für den Mittelstand

COMPEON verspricht seinen Kunden maßgeschneiderte Angebote und Top-Konditionen von Banken, Sparkassen und Leasinggesellschaften. Ob Firmen oder Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler, Steuer- Finanz- oder Unternehmensberater, Hersteller oder Händler – das Startup richtet sich an alle Zielgruppen. So soll jeder das richtige Modell für sein Finanzierungsvorhaben finden – einfach, bequem und online. Dr. Nico Peters, Geschäftsführer bei COMPEON, erzählt uns im Interview, wie das funktioniert.

Was genau verbirgt sich hinter COMPEON – wie ist die Idee dazu entstanden?

Peters: COMPEON ist Deutschlands führendes Finanzportal für den Mittelstand. Unternehmen und Gewerbetreibende können hier ihren Finanzbedarf in den Produktfeldern Kredit, Leasing und Geldanlage online ausschreiben und maßgeschneiderte Angebote aus dem angeschlossenen Netzwerk aus Banken, Sparkassen und Leasinggesellschaften auswählen. COMPEON funktioniert in Form eines Ausschreibungsverfahrens und ist ein effizienter und kostenloser Weg für Unternehmen, Transparenz über den Markt zu erlangen und die besten Konditionen zu erhalten.

Die Idee für COMPEON reifte bei uns Gründern während unserer gemeinsamen Zeit bei einer auf Finanzdienstleistungen spezialisierten Unternehmensberatung. Wir stellten damals fest, dass Firmenkunden ihr Kundenverhalten drastisch veränderten und einen Überblick über Marktkonditionen unterschiedlicher Anbieter im digitalen Kanal suchten.

COMPEON_Startseite
More…

Burkhard Koch

MaRisk-Novelle – was rollt da auf uns zu?

Nachdem die letzte Novelle der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) der Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht (BaFin) mehr als drei Jahre zurückliegt, sind jüngst Konsultationen einer Novellierung gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank beendet worden. Damit wird eine neue Verwaltungsanweisung für die bereits in zahlreichen Bereichen herausfordernden Umsetzungsprojekte befindlichen Marktteilnehmer aus der Finanz- und Versicherungsbranche immer wahrscheinlicher. Erste Tendenzen sind bereits jetzt absehbar und lassen die Marktteilnehmer aufhorchen.

Vermehrt finden internationale Papiere Eingang in die MaRisk. Dies sind insbesondere:

  • „Grundsätze der Risikoaggregation von Risikodaten und Risikoberichterstattung“ des Baseler Komitees für Bankenaufsicht (BCBS 239)“
  • Supervisory Review and Evaluation Process (SREP)
  • Risikokulturpapier des Financial Stability Board (FSB)

Pfeil von einem Kompass zeigt auf Risikomanagement Konzept

Das Kreditwesengesetz § 25a (KWG) stellt die Basis für die MaRisk dar. Die MaRisk weist dabei Leitplanken auf, innerhalb derer sich die Marktteilnehmer bewegen. Eine konkrete Ausgestaltung, analog angelsächsischer Gesetzgebung, wird hierbei bewusst vermieden. Aus diesem Grund haben Novellen Seltenheitscharakter. Im Jahr 2007 standen Regelungen zum Outsourcing im Focus, im Jahr 2009 folgten als Reaktion auf die Finanzmarktkrise Konkretisierungen an die Vergütungssysteme sowie aufsichtsrechtliche Anforderungen zum Stresstest, zum Liquiditätsrisiko und zu Risikokonzentrationen. Bei den vor wenigen Tagen abgeschlossenen Konsultationen zur Novellierung deuten einige Zeichen auf einen Schwerpunkt beim Risikomanagement hin. Aus dem Blickwinkel der Aufsicht sind einige Themenfelder hierzu bisher nicht bzw. nicht explizit in den MaRisk geregelt. Dies soll sich offenbar künftig ändern. Neben einigen sprachlichen Klarstellungen bzw. konkreteren Beschreibungen stehen folgende wesentliche Neuerungen an:

  • Management von Risikodaten
    Systemrelevante Institute müssen Risikodaten angemessen managen: Daten müssen identifiziert, zusammengeführt und ausgewertet werden können. Die Risikodaten müssen vollständig und nach unterschiedlichen Kategorien auswertbar sein sowie die Datenqualität überwacht und mit anderen Informationen plausibilisiert werden. Darüber hinaus müssen die Institute über relevante Daten auch in Stresssituationen zeitnah verfügen können. Diese Regelungen sind den BCBS 239 entnommen und führen zu umfassenden Änderungen in der IT.
  • More…

Annabelle Seibt

FinTech Serie: Crowdlending mit kapilendo

Unsere Blogserie zum Thema FinTechs geht in die nächste Runde. Dieses Mal steht Christopher Grätz, Co-Founder und CEO der kapilendo AG, Rede und Antwort. Kapilendo ist ein Online-Kreditmarktplatz, der sich an kleine und mittelständische Unternehmen richtet. Im Interview erzählt Christopher Grätz mehr über die Idee hinter kapilendo.

Christopher Grätz, Co-Founder und CEO der kapilendo AG

Christopher Grätz, Co-Founder und CEO der kapilendo AG

Was genau verbirgt sich hinter kapilendo?

Christopher Grätz: kapilendo ist ein Online-Kreditmarktplatz, der kleinen und mittelständischen Unternehmen eine unbürokratische und günstige Finanzierungsmöglichkeit durch private Anleger eröffnet. Wir vermitteln Kredite zwischen 30.000 und 2,5 Millionen Euro. Privatanleger können sich mit einem Betrag zwischen 100 und 10.000 Euro an den bankenunabhängigen Kreditprojekten beteiligen. Die zu erzielenden Renditen liegen zwischen 2,49 Prozent und 10,99 Prozent.

Wie ist die Idee zu kapilendo entstanden?

Christopher Grätz: Nach Bankausbildung und BWL-Studium habe ich 2010 bei KPMG im Bereich Financial Services, Strategy & Operations angefangen. In den vier Jahren bei KPMG habe ich viele Banken von innen gesehen und festgestellt, dass die meisten Geldhäuser in unserer digitalen Zeit ein stückweit manövrierunfähig geworden sind. Häufig geht es dort nur um Umstrukturierungen und Kosteneinsparungen. Der Kunde ist nicht mehr im Fokus. Es war offensichtlich, dass man die Dinge anders angehen muss. Zusammen mit der Berliner Comvest Holding hatten wir die Idee, Kunden, also Kreditnehmer, und private Anleger näher zusammenzubringen – ohne dass eine Bank dazwischen geschaltet ist. Es ging uns nicht darum, das Produkt der Finanzierung per Kredit neu zu erfinden, sondern es modern und digital zu gestalten. So entstand das Geschäftsmodell der kapilendo.

An wen richtet sich Ihre Lösung – wem nützt sie?

Christopher Grätz: Kapilendo richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen, die auf der Suche nach einem Kredit sind und ihren Finanzierungsmix erweitern möchten sowie an Privatanleger, die ihr Geld selbstbestimmt, transparent und festverzinslich anlegen möchten. Eine Win-win-Situation für beide Seiten. More…