Filiz Sarah Gärtner

CODE_n CONTEST // Meet the FinTechs: CRiskCo rüttelt den Kreditvergabeprozess auf

logo

Im nächsten Teil unsere CODE_n CONTEST Serie haben wir mit dem FinTech Finalisten CRiskCo gesprochen, einem amerikanischen Startup, das den Kreditvergabeprozess revolutioniert. CRiskCo hilft Kreditgebern bei den größten Herausforderungen, wie der Gewinnung von Finanzdaten, Reduzierung der Reaktionszeit und besserer Risikobewertung. Die Infrastruktur des Startups verbindet Buchhaltungssysteme in einem One-Click-Prozess, sammelt relevante Daten, standardisiert diese und sendet sie innerhalb von Sekunden an den Kreditgeber. CEO Erez Saf hat uns mehr über seine Vision für sein Startup erzählt!

Erez, was genau verbirgt sich hinter CRiskCo? Wie ist euch die Idee dazu gekommen?

Erez: CRiskCo rüttelt das Kreditinformationsgeschäft auf – ein von Giganten wie D&B und Experian beherrschtes Felt, denen das Werkzeug und die Daten fehlen, um Kreditportfolios zu verwalten oder gar vorauszusagen. Wir helfen Unternehmen dabei, Forderungsausfälle zu verringern und gute Kreditentscheidungen zu treffen, in dem wir ihnen Kreditrisikoinformationen zur Verfügung stellen, zukünftige Ausfälle voraussagen und das Risikopotential aktueller und potentieller Kunden bewerten. CRiskCo’s revolutionärer Ansatz schließt die Nutzung von einzigartigen AI-Algorithmen, Big-Data-Modellen und einer Cloud-basierten Technologie ein. CRiskCo’s Ziel ist es, Vertrauen zwischen Unternehmen auf der ganzen Welt herzustellen und neue Kreditlösungen zu ermöglichen, um die Bedürfnisse von KMUs zu adressieren.

example credit report

In meiner früheren Rolle als CTO für einen SAP Partner und einen KMU-Berater, habe ich Ad-hoc-Lösungen für Unternehmen entwickelt, um das Kreditportfolio ihrer Kunden zu verwalten und zu kontrollieren. Ich bin selbst Zeuge von Geschäftsverhandlungen mit duzenden von schwachen Klienten geworden, die Verpflichtungen nicht einhalten konnten oder ein sporadisches Zahlungsverhalten an den Tag legten. Ein paar Jahre später, als CIO von eLoan.co.il, einer P2P-Lending-Plattform, hatte ich Zugriff auf einige tolle Werkzeuge und innovative Ideen, um individuelle Kreditportfolios zu bewerten – und wie ich feststelle ist das etwas, das der KMU-Community fehlt. Das hat mich dazu bewegt, CRiskCo gründen.

More…

Simone Hedler

Verknüpfung von digitaler und realer Welt führt zum Erfolg

Wenn es um das Thema Digitalisierung geht, sind die Schweizer strategischer Vorreiter. Das ergab eine Studie zum Thema Digital Banking, die GFT im Frühjahr 2016 bei sieben Ländern weltweit durchführte. Wir sprachen mit Daniel Rutishauser, Geschäftsführer der GFT Schweiz, woher dieses Selbstbewusstsein kommt und was die aktuellen Baustellen beim Digital Banking sind.

Daniel Rutishauser, Geschäftsführer, GFT Schweiz

Daniel Rutishauser, Geschäftsführer, GFT Schweiz

Herr Rutishauser, liegen die Schweizer Banken tatsächlich vor ihren Wettbewerbern?

Daniel Rutishauser: Bei der Strategieentwicklung im Bereich Digital Banking haben Schweizer Banken die Nase vorn. In der Umsetzung der Strategie besteht aber noch Nachholbedarf. Erst 6 Prozent der Schweizer Banken haben den Implementierungsprozess abgeschlossen, 76 Prozent befinden sich derzeit mittendrin.

In unserer Studie fragten wir ausserdem, wie sich die Banken selbst einschätzen. Und da beurteilen 24 Prozent ihren Vorsprung sogar als sehr deutlich. Meiner Meinung nach rührt das daher, dass die Schweizer Kunden schon sehr früh das Internet intensiv genutzt haben. Um den Bedürfnissen ihrer Kunden gerecht zu werden, haben dann auch die Banken schnell angefangen, ihr digitales Angebot auszubauen. Zudem setzen viele Schweizer Banken für IT-Plattformen vorwiegend hoch-integrierte Standardsoftware-Lösungen ein. Sie haben ihre Hausaufgaben dahingehend also erledigt. Daher konnte der Sprung in die digitale Welt schon früh und mit weniger Aufwand bzw. recht kostengünstig gemacht werden.

Die Schweizer Banken treiben die Digitalisierung also vor allem wegen ihrer Kunden voran?

key business

Daniel Rutishauser: Ja, in erster Linie schon. In unserer Befragung erwiesen sich Kundenloyalität und Kundenbindung als die beiden Hauptgründe für die Digitalisierung der Banken. Erst danach folgten finanzielle Faktoren wie Umsatz- und Profitabilitätssteigerung. Das war übrigens in allen Ländern so, mit nur einer Ausnahme: In Grossbritannien stand die Steigerung der Profitabilität an erster Stelle.

Wenn sich die Digitalisierung immer weiter fortsetzt, hat dann die klassische Filiale demnächst ausgedient?

Daniel Rutishauser: Nein, hat sie nicht. Nur 5 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Zukunft der Banken rein auf digitaler Ebene stattfindet, 23 Prozent glauben an die Zukunft der klassischen Filiale. Viel attraktiver ist für die meisten allerdings eine Kombination aus Vor-Ort- und Online-Service. Wir haben das als hybride Filiale bezeichnet. Dabei profitiert der Kunde zum einen von der hohen Kompetenz und persönlichem Service der Filialmitarbeiter, zum anderen kann er flexibel die digitalen Angebote nutzen. More…

Filiz Sarah Gärtner

CODE_n CONTEST // Meet the FinTechs: Mit der Blockchain zur sicheren Transaktion

Was verbirgt sich hinter den Begriffen „Trusted Web“ und „Web x.0“? Die Aufklärung gibt es im nächsten Teil unserer Blogserie, in der wir unsere „Applied FinTech“ Finalisten des CODE_n CONTEST vorstellen. Mit ihrer innovativen Lösung, überwindet das Frankfurter FinTech Blockchain Helix das Problem „anonyme vs. rechtssichere Transaktion“. In unserem Interview erzählt Gründer und CEO Oliver Naegele mehr dazu.

Blockchain_Helix_LogoOliver, was genau verbirgt sich hinter Blockchain Helix? Wie ist euch die Idee dazu gekommen?

Oliver Naegele: Blockchain Helix ist eine Blockchain-Architektur, die das Problem der anonymen vs. rechtssicheren Transaktion löst. Das machen wir, indem wir ein Identitätsmanagement einführen, welches den Datenschutz behandelt. Wir können jeden KYC-Prozess optimieren und verwalten die Nutzeraccounts mit unserer Technologie.

Wir sind von der Tatsache getrieben, dass im Web 2.0 sowohl der Datenverlust als auch der Verlust der Selbstbestimmung über Daten möglich sind. Das heutige Internet ist nicht zweckmäßig für ein Internet der Werte und Transaktionen. Deshalb brauchen wir einen Ansatz, der uns Vertrauen zurück gibt – unsere lange Arbeit mit Blockchain und „Portal-Solutions“ führt genau dazu.

“Digital Disruption“ – das ist das Motto des diesjährigen CODE_n CONTEST. Was macht eure Lösung innovativ, was macht sie disruptiv?

Oliver Naegele: Wir arbeiten an einer Technologie, die wir „Trusted Web“ oder „Web x.0“ nennen. Unsere Helix-Technologie gibt uns die Möglichkeit, Privatsphäre und Sicherheit zu erzielen. Blockchain ist ein echter „Game Changer“ und die Art, wie wir es für den täglichen Gebrauch und Jedermann einführen und den lästigen Wallte-Einsatz umgehen wollen, ist disruptiv. More…

Annabelle Seibt

CODE_n CONTEST // Meet the FinTechs: Nutzerauthentifizierung durch Venenmuster

Wir alle kennen das Dilemma: Tausende Male am Tag den PIN oder Passwörter einzugeben, ist zwar sicher – aber es kann auch lästig sein. Einer unserer vielversprechenden CODE_n CONTEST Finalisten im „Applied FinTech“ Cluster hat dafür die passende Lösung! Im nächsten Teil unserer Serie stellen wir Biowatch vor. Das Schweizer Startup integriert Biometrie in Wearables und ermöglicht so beispielsweise sicheres Bezahlen mittels Authentifizierung über die eigenen Venen. In unserem Interview erzählt Matthias Vanoni, Mitgründer und CEO, mehr über Biowatch.

Biowatch_LogoMatthias, was genau verbirgt sich hinter Biowatch? Wie ist euch die Idee dazu gekommen?

Matthias Vanoni: Bei Biowatch dreht sich alles darum, sämtliche Authentifizierungsschritte, die wir tagtäglich tausende Male durchlaufen, aus der Welt zu schaffen: PIN Codes, Passwörter, Schlüssel, Karten, Fingerabdrücke und so weiter. Mit Biowatch trägst du unser Device an deiner Uhr und so werden alle anderen Arten der Authentifizierung ersetzt. Bei Biowatch geht es um das Sichern unseres Wearables mittels eines Systems zur Venenerkennung am Handgelenk – alles dreht sich um die Einzigartigkeit deines Venenmusters.

Die Idee dazu stammt vom Briten Joe Rice; er patentierte die Venenerkennung erstmals 1985. Joe setzte sich jahrelang für das Konzept ein, Venenmuster zur Aktivierung einer Uhr zu benutzen, die anschließend für den Nutzer sämtliche weiteren Authentifizierungen nahtlos vornimmt. Im Sommer 2014 überzeugte ich – selbst Doktorand der Venenbiometrie –Joe dann davon, eine Partnerschaft einzugehen und diese Vision in ein tatsächliches Produkt zu überführen.

„Digital Disruption“ – so lautet das Motto des diesjährigen CODE_n CONTEST. Was macht eure Lösung innovativ, was macht sie disruptiv?

Matthias Vanoni: Zum ersten Mal in der Geschichte integrieren wir Biometrie in Wearables. Das wirkt vielleicht auf den ersten Blick nicht sehr disruptiv, wenn man es mit Biometrie in Handys wie beispielsweise TouchID vergleicht, sondern eher wie eine Evolution. Aber es ist tatsächlich eine Revolution, denn Biometrie integriert in Wearables bedeutet das Ender der Nutzerauthentifizierung! Während TouchID den Endnutzer dazu auffordert, seine biometrischen Daten hunderte Male am Tag zu zeigen, fragt Biowatch den Endnutzer einzig beim Anlegen des Wearables danach. Diese Disruption wird durch eine Innovation in der Bilderfassung des Venenmusters in einem Wearable sowie übergreifende Aspekte im Zusammenhang mit Minuiaturisierung geschaffen. More…

Ulrich Dietz

Ohne Wandel geht es nicht – Banken müssen Chancen der Digitalisierung nutzen

Die globale Finanzbranche ist im Umbruch. Neue Technologien bedrohen alte Strukturen. Digital Banking boomt, insbesondere das mobile Banking. Die Innovationskraft von FinTechs sorgt für Bewegung – auf Basis der neuen, digitalen Kundenwünsche treiben sie Banken an, die Herausforderungen der Digitalisierung anzunehmen.

udz

Vor zwei Jahren noch wurden FinTechs belächelt, mittlerweile hat sich die Szene verändert. Die innovativen Finanzlösungen und Ideen der jungen Tech-Unternehmen spielen eine zunehmend wichtigere Rolle und werden unseren Umgang mit dem lieben Geld völlig umkrempeln. Ob Instant Payment, Bezahlen per QR-Code, Peer-to-Peer-Kreditvergabe, Blockchain-Anwendungen oder auch Beratung durch Roboter und Robotrade – FinTechs stürmen mit ihren Technologien sämtliche Bereiche des Zahlungsverkehrs.

Die Basis des Erfolgs: der Kunde.

Insbesondere im Endkundengeschäft – das einige Banken über Jahre vernachlässigt und damit Vertrauen verspielt haben. In Deutschland gibt es mittlerweile rund 400 FinTechs. Und die neuen Dienstleistungen der Startups sind wegweisend. Besonders chancenreich sind laut dem Bundesverband deutscher Banken (BdB) derzeit Services rund um digitale mobile Zahlungen und Überweisungen.

Der Druck auf etablierte Banken wächst entsprechend, sie öffnen sich mehr und mehr, starten Kooperationen mit den jungen Wilden oder eigene Initiativen. So beispielsweise die Deutsche Bank, die „Innovation Labs“ in London, Palo Alto und Berlin eröffnete und zusätzlich in Frankfurt am Main rund 400 neue Arbeitsplätze für das Thema Digitalisierung in der Digitalfabrik schaffen will. „Wir bauen eine digitale Denkfabrik“, sagt dazu Deutsche-Bank-Manager Dr. Patrik Pohl beim jüngst von der GFT und Deutschen Bank initiierten FinTech Talk in Frankfurt. Will heißen: Frisches Blut, am besten Persönlichkeiten mit digitaler DNA und neue Ideen müssen her. Die jüngste Initiative des Frankfurter Finanz-Hauses mag 17 Jahre nach dem Launch des amerikanischen Online-Payment-Vorreiters Paypal anachronistisch anmuten, doch die Deutsche Bank unterstreicht damit, dass sich auch die großen Tanker der globalen Geldwirtschaft bewegen. More…